Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1902-09-01 · Heft 9 (September 1902) · p. 524

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 9 (September 1902)
Article
E. M., Berlin
Date
1902-09-01
Page
524 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2316602-2316689-2316697--10047-2330247
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Im deutschen Reich. „Staatsbürger-Zeitung" zu der Bemerkung „Schabbes hin, Schabbes her, so verlangt es „das Geschäft". — Herr Bruhn muß das wissen, da bei ihm auch alles „für's Geschäft" ist, wie ihm seine Gesinnungsgenossen bezeugen. E. C., Breslau. Hier in Berlin leben zahlreiche brave jüdische Soldaten, welche im Kriege sich trefflich bewährt haben; eine ganze Anzahl derselben ist mit dem Eisernen Kreuz geschmückt. Bon einem derselben, der Mitglied des Central-Vereins, auch des Kriegervereins „Deutsches Vaterland" ist, berichtet die Geschichte des 14. Infanterie- Regiments (Grandenz) Folgendes: Es war am 3. Dezember 1870, als bei Champigny das 14. Infanterie-Regiment alarmiert wurde und im heftigsten Granat- und Gewehrfeuer im Park von Champigny, nur 500 Schritt von den Franzosen entfernt, Gefechtsaufstellung nahm. Bald darauf wurde der Hauptmann von Mühlen von einer französischen Kugel getroffen und blieb in der feindlichen Schußlinie liegen, bis der jüdische Musketier Jacob Tau von der 5. Compagnie 2. Bataillons des 14. Regiments mit seinem christlichen Kameraden Wilhelm Titzky im größten Kugelregen vorging und beide den Schwerverwundeten retteten. Dafür erhielten beide das Eiserne Kreuz. Wilhelm Titzky ist bereits im Jahre 1875 gestorben; Jacob Tau lebt jetzt hier in Berlin. H. K., Hayncm. Ihre durch die Briefkasten - Notiz L. E. Chemnitz veranlahte gefällige Mittheilung dürfte viele unserer Leser interessieren. Danach soll auf zwei seit längerer Zeit in jüdische m Besitze befindlichen Häusern am Ring in Oppeln die grundbuchamtliche Verpflichtung ruhen, am Frohnleichnamsfeste einen Altar zu bauen. Dieser Verpflichtung wird dem Vernehmen nach nachgekommen, ohne daß jemand daran Anstoß nimmt. F. (£., Posen. Wie die Posener Juden auch fern von der Heimat!) ihre treffliche deutsche Gesinnung bewähren, dafür zeugt ein ehrenvoller Nachruf, welcher dem im Juli d. Js. in Brisbane in Australien verstorbenen Isidor Lißner, einem geborenen Posener, gewidmet wurde. Die „Voss. Ztg." schreibt von ihm: „Im letzten McJlwraitlstchen Kabinet war er Minister für das Minenwesen; die Entwickelung des reichen Goldfeldes von Charters Towers ist wesentlich sein Verdienst. Später vertrat Lißner lange Zeit den Cairns-Distrikt im Unterhause. Unvergessen ist ihm bei allen Deutschen die mannhafte Art, wie er seiner Zeit den heftigen und grundlosen Angriffen entgegentrat, welche im Oberhause gegen die Deutschen geschleudert wurden."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.