Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 9 (September 1902)
- Article
- Wien
- Date
- 1902-09-01
- Page
- 519 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 519 beamten auch aus Steuergeldern der Juden bezahlt werden, schrie Herr Sabuda: „Was? Ich werde von jüdischem Gelde bezahlt? Das ist nicht wahr, das ist eine Lüge — ich bin katholisch, stamme aus katholischer Familie, habe mit Juden nichts gemein und will mit den Juden nichts gemein haben! Wer sind Sie denn, daß Sie sich mir gegenüber solche Bemerkungen erlauben? Ein Jud', Sohn eines alten jüdischen Diebes! Ich werde noch einmal mit Ihnen Zusammenkommen und werde mit Ihnen abrechnen!" vr. Hermann Stein hat gegen den Finanzrath Sabuda die Ehrenbeleidigungsklage angestrengt und beim Finanzminister Dr. von Böhm-Bawerk Beschwerde erhoben." ¥ Prag, 2. September. In Königgrätz wurde am 20. August der Weber Jarosch hingerichtet, der vor einigen Monaten im Peklothale bei Nachod ein 16 Jahre altes Mädchen vergewaltigte, beraubte und ermordete, die Leiche zerstückelte und verbrannte. Seiner Zeit hatte diese Unthat Anlaß zu allerlei Ritualmordmärchen gegeben. Die bezüglichen Erörterungen der Wiener Antisemitenpreffe verstummten erst, als der Mörder bei dem Versuch, Habseligkeiten seines Opfers zu veräußern, ermittelt und verhaftet wurde. rrr London, 10. September. Nach einem Telegramm aus Johannesburg ist dort in einer jüdischen Versammlung ein Brief Milners vorgelesen worden, in welchem dieser den vorzüglichen Eigen* schäften, welche die Juden als Colonisten hätten, hohe Anerkennung zollt und sagt, daß die Bedingungen für die Naturalisation durch das für Transvaal bestehende Gesetz festgelegt seien. Er erklärt, in diesem Gesetz bestehe keine Unterscheidung zwischen den Juden der verschiedenen Länder, auch werde bei der Gewährung des Wahlrechts kein Unterschied gemacht hinsichtlich der Religion und der Nationalität.