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Im deutschen Reich · 1902-09-01 · Heft 9 (September 1902) · p. 518

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 9 (September 1902)
Article
Nürnberg
Date
1902-09-01
Page
518 (sequence 2)
Language
German
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518 Im deutschen Reich. als solche gewürdigt zu werden verdient." -- An Stelle des Herrn Magistratsrath Kohn ist Herr Berthold Bing zum Magistratsrath hier gewählt worden. Stuttgart, 2. September. Nach dem neuesten statistischen Handbuch für Württemberg ist die Zah lder Juden vom Jahre 1871 — 1900 in Eßlingen von 143 auf /.33 zurückgegaugen, aber in Stuttgart von 1817 auf 3015, in Ulm vrn 555 auf 609, in Heilbronn von 610 auf 915, in Cannstadt von 255 auf 484, in Ludwigsburg von 91 auf 243, in Göppingen von 196 auf 325, in Tübingen von 59 auf 100 und in Ravensburg von 23 auf 44 gestiegen. < Wien, 1. September. Ein zur christlich-sozialen Gefolgschaft ' Luegers gehöriger bekannter hiesiger Jurist, der ehemalige Landtagsabgeordnete Advokat Dr. Anton Löbel ist hier wegen Betruges, Veruntreuung und Erpressung verhaftet und dem Landesgericht eingeliefert worden. Löbel wurde 1896 in Wiener Neustadt gegen den. sozialdemokratischen Kandidaten gewählt und diese Wahl trotz vieler Proteste der Gegenparteien anerkannt, obwohl über Löbel schon damals der Konkurs schwebte. Bald liefen zahlreiche Strafanzeigen gegen ihn ein. Die christlich-soziale Partei deckte ihn aber jahrelang, .bis er durch die Verhängung des Konkurses sein Abgeordnetenmandat verlor und die Advokatenkammer ihm die Kanzlei sperrte. In dem Heft 9 der Monatsschrift der „Oesterreichisch- Jsraelitischen Union" wird berichtet: „Unter der Tarnopoler Beamtenschaft scheinen seltsame Anschauungen über die Form zu herrschen, in welcher sie mit den Parteien zu verkehren haben. Am 23. Juli d. I. erschien in der Steuer-Abtheilung der Tarnopoler Bezirks-Hauptmannschaft der dortige Gutsbesitzer Dr. Hermann Stein, um im Vollmachtsnamen seines Vaters einige von der Steuer-Abtheilung eingeforderte Dokumente vorzulegen. Als Finanzrath Sabuda die Annahme eines Theiles der Dokumente verweigerte, ersuchte Dr. Stein in höflichem Tone um die protokollarische Feststellung der Thatsache, daß er die Dokumente vorlegen wollte. Herr Finanzrath Sabuda erwiderte in gereiztem Tone: „So, Herr Doktor, Sie wollen uns mit Schreibereien unterhalten — gut!" ordnete daun die Protokollierung an und wendete sich neuerdings an Dr. Stein mit folgenden Worten: „So sollen denn die Juden da herrschen, solche zwei gemeine Juden wie Landau und Stein. — Bürger einer jüdischen, korrumpierten Stadt wollen da herrschen." (Dr. Michael Landau ist ein angesehener Advokat in Tarnopol.) Als hierauf Dr. Stein sich gegen den Ton, den der Herr Finanzrath gegen ihn anschlug, verwahrte und darauf verwies, daß die Staats-

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