Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 8 (August 1902)
- Article
- R. L. Stettin
- Date
- 1902-08-01
- Page
- 469 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion- 469 Volkslebens für eine viel ernstere „kultnrelle NothwendigkciL" halten, als die Unterdrückung kirchlicher Schulen und Wohlthätigkeitsanstalten. Aber der Haß macht blind!" — Der letzte Satz ist jedenfalls richtig, denn sonst konnte die „Kreuz-Ztg." bei ihren Lesern nicht die Erkenntniß verhindern, daß die Mehrheit der deutschen Inden nirgends eine Erneuerung des Kulturkampfes wünscht, weit eher für die „freie Kirche in freiem Staat incliniert, während die Hintermänner der „Kreuz-Ztg." das Jesuitengesetz aufrecht erhalten möchten, damit die nichtkatholischen Jesuiten freie Hand haben. Als kürzlich der freisinnige Reichstagsabg. K. Schräder in der Zeitschrift „Nation"' über das bedauerliche Fortschreiten der „Konfcssionalisierung" sich äußerte, erkärte die „Kreuz-Ztg.": „Es sind dies Gedanken, welche besonders von jüdischer Seite propagiert werden, obgleich nach unserer festen Ueberzeugung gerade die Juden besonders thöricht sind, wenn sic solche Ideen verbreiten. Sie sollten gerade bestrebt sein das Religiöse besonders zu bekennen, denn vorder jüdischen Religion hat jeder anständige Mensch Achtung, nicht aber vor den jüdischen Eigenschaften." — Wie kommt das fromme Blatt zu dieser deplacirten Ermahnung? Jü es der „Kreuz-Ztg." unbekannt, daß vor der christlichen Religion jeder anständige Jude Achtung hat, nicht aber vor den falschen Propheten, die mit den Wölfen in Schafskleidern zu vergleichen sind? S. M. Vütow. Jede Stadt hat schließlich die Presse, die sie verdient. Wenn Herr Hugo Röhl im „Bütower Anzeiger" wieder oben auf ist und immer den Juden schuld giebt, gleichviel ob es sich um das schlechte Wetter oder um Marktübelstände handelt, ist dies kein Wunder, denn schließlich kann niemand aus seiner Haut heraus. Daß es aber dort Leute giebt, die au solcher geistigen Nahrung Gefallen finden, ist eher als Wunder anzusehen. (5, H. Dortmund. Für Ihre gefl. Mittheilung, daß in Schierke auch das „Hotel Fürsten höh" als antisemitisch zu betrachten sei, sind wir Ihnen verpflichtet. F. L., Leipzig. Das dort im Verlage von Carl Mindc erschienene Schriftchen „Dunkle Morde" enthält so viel Widersinniges, daß es kaum lohnt, ein Wort darüber zu verlieren. Der Verfasser A. v. Lilienhain bemüht sich vergeblich, den Fall „Gumbinnen" mit Fanten und Könitz in Verbindung zu bringen. Wenn übrigens der Schächtschnitt seiner Meinung nach nicht zu dem Begriffe des jüdischen