Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 8 (August 1902)
- Article
- Crefeld [Nachricht]
- Date
- 1902-08-01
- Page
- 453 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Äorrcf poi iDcn^cn. 453 eine Reihe von Jahren hindurch erfolgreich bemüht mrf in Crefeld das Interesse für unsere Sache wach zu erhalten und zu fördern, werden wir stets ein dankbares Andenken bewahren. «K Hamm a. Sieg, 1. August Auf dem hiesigen jüdischen Fried- Hofe sind in der Nacht zum 14. Juli gegen 20 Grabdenkmäler umgeworfen und Lheilweise Zertrümmert worden. Die Thäter sind noch nicht ermittelt, doch wird allgemein angenommen, daß sie durch den Bejuch einer hier kurz vorher abgehaltenen antisemitischen Versammlung zu solchem Frevel angeregt worden sind. Frankfurt n. M., 2. August. Die General-Versammlung des deutschen Rabbiner-Verbandes ist am 7. u. ft. v. Mts. hier in der Loge Carl unter Leitung des Herrn Rabbiners vr. Horowitz- Frankfurt a. M. abgehalten worden. Herr Rabbiner Dr. M aybau m - Berlin erstattete den Verwaltuugsbericht. Herr Rabbiner Dr. Werner- München den Kassenbericht. Sodann hielt Herr Rabbiner I)r. Guttmann-Breslau einen Vortrag über „Die Bedeutung des Judenthums in der Gegenwart", der große Begeisterung hervorrief und laut Beschluß der Versammlung in einer Massenauflage durch den Druck verbreitet werden soll. Herr Rabbiner I)r. R ose na k-Bremen berichtete über die „Bekämpfung des Mädchenhandels" und forderte dabei nachdrückliche Unterstützung der beiden zur Unterdrückung jenes schändlichen Gewerbes segensreich wirkenden jüdischen Vereine in London und in Hamburg. Außerdem sei, um die Quelle des Unheils zu verstopfen, für Aufklärung, Belehrung. Erziehung und soziale Besserstellung der jüdischen Mädchen in Galizien, Podolien und Rumänien Sorge zu tragen. Rach lebhafter Debatte fand die von dem Vortragenden vorgeschlagenc Resolution Annahme. Hierauf sprach Herr Rabbiner Di-. Werner - München über die Be> thätigung des Rabbiners au der Lösung sozialer Aufgaben in der Gemeinde und empfahl als solche Bethätigung: bcrathende Mitwirkung bei der Berufswahl, Schaffung jüdischer Jünglingsvereine, Förderung der jüdischen Studentenverbindungen, beffernde Einwirkung auf gefallene Personen beiderlei Geschlechts durch Mitarbeit in den Gefängnißvereinen, Anregung der Wiederaufrichtung schwacher Existenzen durch Darlehnskassen und Arbeitsvermittelungosteüen. Der Entwurf der Satzungen der Pensions- und Relittenkasse wurde einem Ausschuß überwiesen. Am zweiten Tage der General-Versammlung erörterte Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher-Berlin die Frage: „Was ist für die religiös-sittliche Erziehung der schulentlassenen Jugend zu thun?" und empfahl die Gründung von Jünglings- und Mädchenvereinen. Herr Rabbiner vr. Prager-Kassel sprach über „die Seel-