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Im deutschen Reich · 1902-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1902) · p. 405

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1902)
Article
Dr. Ludwig Rosenthal [Rezension]
Date
1902-06-01
Page
405 (sequence 2)
Language
German
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Bücherschau. 405 alle jene Glaubensgenossen, die prinzipiell auf dem Boden der historischkritischen Forschung stehen und deohalb vor keiner wissenschaftlichen Entdeckung zurückschrecken dürfen. Allein auch für sie bleibt genug Großes und Erhabenes an biblischer Originalität übrig, das durch keine Forschung verdeckt und verdunkelt werden kann; denn nicht auf das „Was", sondern auf das „Wie" kommt es an. So wenig der Faust eines Goethe mit dem Faust der Sage identifiziert werden kann, so wenig ist der biblische Schöpfungsbericht mit seiner monotheistischen Tendenz identisch mit dem von polvtheistischen Elementen gesättigten Urmythos der Babylonier. Mag deohalb die assvriologische Forschung immer weiter neue babylonische Urelemente in der Bibel entdecken — sie können nur zur Verherrlichung der biblischen Schriften beitragen; denn gerade hieraus wird man erkennen, welche große Kluft die Bibel von Babel trennt. Jndefien auch die Orthodoren haben nichts von dieser Forschung zu befürchten, denn nach der traditionellen Ueberlicferung habe vor der Offenbarung am Sinai eine dem semitischen Urmvthos vergleichbare Uroffcnbarung für alle Völker stattgefunden, nur sei diese Uroffenbarnng mach Ansicht Juda.Halevis) bei vielen Völkern durch Irrlehren getrübt und verzerrt worden. Als solche Verzerrungen erweisen sich die babvlonifchen Urmvthcu, die naturgemäß mit den biblischen ursprünglich verwandt waren. Freilich ist der Verfasser selbst von dieser Art der Widerlegung weniger erbaut, denn er fügt hinzu: „Sicherer stehe ick einem Delitzsch gegenüber, wenn ich nicht nöthig habe, ihn zu widerlegen, ja, wenn ick mich unbeschadet der heiligen Sache zu den Seinen und demnach ihn zu den Meinen und seine Anhänger zu Anhängern der guten Sache zählen kann". Das Büchlein kann allen wahrhaften Förderern der Wissenschaft und übcrzeugungstreneu Juden als Lektüre empfohlen werden. K. Die Lebensführung im hohen Alter. Von Pr. Josef Hofsmann. Verlag von Otto & Eo.. Leipzrg. Der 85 jährige Verfasser dieses soeben erschienenen trefflichen Büchleins, der früher als Primärarzt am k. k. Krankenhaus Wieden in Wien fungierte, giebt in dieser Schrift zahlreiche, aus eigener Lebenserfahrung geschöpfte Winke, deren Befolgung eine Verlängerung des Lebens in Aussicht stellt. Was uns veranlaßt, dieses Büchleins hier Erwähnung zu thun, ist das treffende Urtheil, das der noch in völliger geistiger und körperlicher Frische lebende Autor über den.Ra^ss,en.kampf,^,dieses „.Gauklerspiel des Zeitgeistes",

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