Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1902)
- Article
- O. R., Berlin
- Date
- 1902-06-01
- Page
- 396 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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396 Im deutschen Reich damals noch nicht unterstützt und wäre wohl auch, wenn es schon Vorgelegen hätte, kaum als maßgebend erachtet worden. Der „verthierte Klempner" in Heiligenstadt hat zwar kein Vorurtheil gegen jüdische festliche Kost, gestört aber deshalb noch keineswegs zu den „jüdischen Handwerkern". H. S., Berlin. Anonvme Mittheilungen lassen wir grundsätzlich unberücksichtigt. F. L., Berlin. Das Israelitische Lehrerinnenheim in Steglitz bei Berlin verdient die Sympathien in vollstem Maße. Da im verflossenen Jahre die Anzahl der Insassinnen des Heims auf zehn stieg, mußte noch das zweite Stockwerk des Hauses Albrechtstr. 41 in Steglitz zugemiethet werden, so daß der Miethspreis im ganzen 2900 Mark beträgt. Von den zehn Insassinnen des Heims sind nur zwei aus Berlin gebürtig. Die Haushaltungskosten betrugen für acht, resp. zehn Damen und inklusive der im Erholungsheim aufgenommenen 785 Mark, die Verpflegung also pro Kopf und Tag 872/^ Pfennige. Es ist dringend zu wünschen, daß die Absicht, das Heim auch vorübergehend zu einer Zuflucht für erholungsbedürftige Lehrerinnen zu machen, durch freiwillige Spenden weiterhin gefördert wird. C. R., Pankow. Nester die Zunahme der antisemitischen Strömung in einzelnen Berliner Vororten ist neuerdings nur eine Wahrnehmung bekannt worden. Herr Gemeindesekretär F. Thiele zeigt in der „Staatsbürger-Ztg." an: „Ein Töchterchen — stramme Antisemitin — heute angekommen. Pankow. 8. 5. 1902." — Woran der beglückte Pankower Gemeindebcamte wohl die entschiedene politische Parteistellung der Neugeborenen erkannt haben mag? C. (5., Cüstrin. Die betreffende Notiz des „Eüstriner Tgbl." ist Wort für Wort der „Staatsbürger-Ztg." entnommen. Der im Gebrauch von Scheere und Kleistertcpf geübte Leiter des dortigen Organes ist also weder für „die Lobeshvmne auf Tempelburg" noch „für die Liebenswürdigkeit gegen die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens" verantwortlich. Jhm,ist es auch unbekannt, daß die Rücksichtnahme auf hohe jüdische Feste bei der Ansetzung von Märkten auf alten Anordnungen der Regierungen beruht, die mit Rücksicht auf die Bedeutung der jüdischen Händler für die Märkte noch heute Geltung haben und höchstens an solchen Stellen unbeachtet bleiben, wo es von jüdischer Seite unterlassen wird, den städtischen Behörden rechtzeitig Kenntniß von den Tagen zu geben, auf welche die Feste fallen. D. C., Frantsurt/Oder. Die Vorträge, welche der bekannte Deckofffzier a. D. Hans von Mosch und der Potsdamer Stadtverordnete E. Fröhlich in Säpzig gehalten haben, enthielten nur