Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1902)
- Article
- Nürnberg
- Date
- 1902-06-01
- Page
- 384 (sequence 2)
- Language
- German
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384 Im deutschen Reich. verschiedenen geschäftlichen MiLtheilungen, u. a. über eine persönliche Intervention des Vorsitzenden zu Gunsten der bäuerischen Elementarlehrer, folgte der Bericht des zweiten Vorsitzenden des Landesvereins, Rechtsanwalt Ofner-München, über die Arbeiten der Abwehrkommission, in der Rabbiner Dr. Werner-—München den Vorsitz führte. Dann erstatteten Rabbiner Dr. Ziemlich und M. Lebrecht—Nürnberg, den Bericht der Kommission zur Regelung der Armenpflege. Nach lebhafter Debatte wurde beschlossen: l. das von M. Lebrecht geschaffene „schwarze Buch" an den bestehenden Kassen einzuführen, und dem Verfasser Erfahrungen zur Vervollständigung der Liste zu übermitteln, 2. zu versuchen, die wenigen in Bayern beheimatheten jüdischen Wanderer ansässig zu machen. Der von Kommerzienrath Gallinger befürwortete Antrag, die Arbeitskolonie Weißensee zu subventionieren, fand lebhasten Anklang. An die erstmalige Bewilligung von 200 Mark wurde nur die Bedingung geknüpft, daß auch Colonisten aus Bauern Aufnahme finden. K Mannheim, 1. Juni. Am 19. und 20. v. Mto. sind hier unter dem Vorsitze des vr. Bodenheimer-Cöln die Sitzungen des 6. Dele> giertentages der deutschen Zionisten abgehaltcn worden. Der Vorsitzende gab zunächst einen allgemeinen Uebcrblick über die Bewegung in Deutschland; dann referierte Dr. Gronemann-Hannover über das neue Organisationsstatut, das nach längerer Debatte Annahme fand. Nach einer lebhaften Diskussion wurde weiterhin eine Resolution angenommen, die sich gegen die Bildung von Fraktionen innerhalb der Bewegung ausspricht. Von den Berathungsgegcnständen am zweiten Tage erschien der Bericht von Dr. Moses-Mannheim über die Gegenwartsarbeit besonders deshalb interessant, weil in diesem Referat die politische Gleichstellung, die körperliche, geistige und wirthschaftliche Hebung der Juden als Ziel bezeichnet wurde. — Eine Abordnung des Delegiertentages wurde von dem Großherzog von Baden empfangen. Auf die Ansprache des Präsidenten der zionistischen Vereinigung für Deutschland, Dr. Bodenheimer-Cöln, erwiderte der Großherzog, daß er sich freue zu bemerken, wie die früher vorhandenen Mißverständnisse zu schwinden begännen. Er halte es für seine Pflicht, die Bewegung zu unterstützen. Hiernach unterhielt sich der Großherzog eingehend mit den Mitgliedern der Deputation über den Stand und Fortschritt der Bewegung in Deutschland. % Karlsruhe, 12. Juni. Der „Badischen Landeszeitung" wird aus Gailingen a. Rh. berichtet: „Seit dem Jahre 1892