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Im deutschen Reich · 1902-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1902) · p. 381

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1902)
Article
Hamburg
Date
1902-06-01
Page
381 (sequence 1)
Language
German
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Korrespondenzen. 381 >K Hamburg, 5. Juni. Der „Verein für Handlungskommis von 1858" erhob gegen den Vorsteher des „Deutsch-nationalen Handlungsgehilfenverbandes", Wilhelm Schack, der über ihn in der „Handelswacht" herabwürdigende Behauptungen aufgestellt hatte, Klage bei dem Strafgericht und dem Eivilgericht. Die 1. Civilkammer des Landgerichts Hamburg hat für Recht erkannt, sowohl Herrn Schack, wie dem Mitangeklagten Handlungsgehilfenverband, unter Festsetzung einer Geldstrafe von M. 300,— für jeden Fall der Zuwiderhandlung, die Aufstellung und Verbreitung der inkrrnünierten Behauptungen zu verbieten. Außerdem wurde die erhobene Widerklage verworfen, die Zahlung der Kosten des Rechtsstreites den Beklagten auferlegt und das Urtheil in der Höhe von M. *2000 für vollstreckbar erklärt. O Duisburg, 3. Juni. Vor einer nur kleinen Zuhörerschaft sprach am 31. Mai im Saale der hiesigen Getreidebörse das Mitglied der deutsch-sozialen Partei, Graf Revcntlov, über „soziale Aufgaben, insbesondere Bodenreform". Besonders interessant war das in der sich anschließenden Diskussion von dem Grafen abgegebene freimüthige Lekenntniß, daß es bei ihm, auf seinem Besitzthum in Schleswig- Holstein, mit der Sozialreform, insbesondere mit den Wohnungs. Verhältnissen, noch nicht weit her sei. Bezüglich seines antisemitischen Standpunktes erklärte er, daß der Antisemitismus durch die dargelegte praktische Politik betrieben werden müsse, aber nie persönlich werden dürfe. Ein Vorgeben wie das des Grafen Pückler halte er eines erwachsenen Menschen nicht für^würdig. Kreuznach, 1. Juni. Vor einigen Wochen hat im hiesigen Turnerverein der hiesige Rabbiner I)r. Tawrogi einen Dortrag über den „Arbeiterstand im Lichte der mosaischen Gesetzgebung" gebalten. Für den fesselnden Vortrag, der mit reichem Beifall ausgenommen wurde, dankte der Vorsitzende des Vereins, Altenkirch, dem Herrn Rabbiner und widmete ihm ein dreifaches Hoch, in das die Turnerschaft lebhaft einstimmte. Gießen, I. Juni. Der Redakteur der Offenbacher „Deutschen Volkswacht", Reuther, der vom Schöffengericht wegen Beleidigung des jüdischen Kaufmanns Berlin in Großen -Bujcck zu einem Monat Gefängniß verurtheilt worden war, hatte Berufung eingelegt, über welche das hiesige großherzogliche Landesgericht am 30. Mai verhandelte. Als Vertheidiger Reuthers erschien mit diesem Rechtsanwalt Dr. Spohr. Die Berufung wurde kostenfällig verworfen. In der Rede des Vertreters der Staatsanwaltschaft wurde die antisemitische Aufreizung zum Klaffenhaß und die verleumderische Tendenz

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