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Im deutschen Reich · 1902-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1902) · p. 322

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1902)
Article
Verschämte Antisemiten
Date
1902-06-01
Page
322 (sequence 5)
Language
German
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322 Im deutschen Reich. HandLungsgehilfen-Verbande angehört" - zu bedeuten hat, dürfte Ihnen ebenso klar sein wie uns und was Sie damit bezweckt haben, müßten Sie doch eigentlich besser wissen, wie wir. Wir wollen da auch nicht weiter darauf eingeheu, da Ihre Absicht zu durchsichtig ist. Hochachtungsvoll gez. Wilke. Es scheint uns für den Mannesmuth dieser „Deutsch-nationalen" sehr bezeichnend zu sein, daß sie es nicht gern haben, in ihren Zeug, nissen als das bezeichnet zu werden, was sie sind. Sehr stolz müssen diese Herren auf die Zugehörigkeit zu dem Verbände also wohl nicht sein. Geklagt hat der Verband bis jetzt nicht. Nicht nur die antisemitische Parteizugehörigkeit der Leiter des Verbandes und nicht nur der statutenmäßige Ausschluß der jüdischen Handlungsgehilfen, sondern vor allem auch die Kampfesweise der „deutsch-nationalen" Handlungsgehilfen hat bereits auch viele christliche Kaufleute veranlaßt, Stellung gegen den Verband zu nehmen. Die Weimarische Handelskammer hat das Vorgehen des Verbandes in öffentlicher Sitzung verurtheilt. Wie in den „Mittheilungen a. d. V. z. Abwehr d. Antis." berichtet wird, haben sich der gegen den Verband gerichteten Resolution des „Vereins Neuruppiner Kaufleute und Gewerbetreibenden" neuerdings der Stralsunder „Kaufmännische Verein" und auch die „Kaufmanns- Compagnie" in Greifswald angeschlossen, auch an ihre Mitglieder das Ersuchen gerichtet, die von ihnen beschäftigten Angehörigen des deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes zum Austritt aus dem Verein mit der Androhung event. Entlassung aufzufordern. Ein solches Vorgehen mag vom freiheitlichen Standpunkte aus zunächst peinlich berühren, aber in Wirklichkeit ist es doch nur ein Akt der Nothwehr seitens dessen, der „sein Haus als seine Burg" betrachtet.und nicht das „Skelett im Hause" behalten mag! Was diese Herrschaften in „deutsch-nationalen" Höflichkeitsformen leisten, ersehen unsere Mitglieder aus dem obigen Briefwechsel. n

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