Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1902)
- Article
- O. C. Altona
- Date
- 1902-05-01
- Page
- 306 (sequence 2)
- Language
- German
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806 Im deutschen Reich. männern eine größere Anzahl dieser Flugblätter unentgeltlich für die Fälle zur Verfügung, in welchen sich vor Abhaltung antisemitischer Volksversammlungen die Verbreitung solcher Blätter empfiehlt. Das Hamburger „Israelitische Familieublatt" bringt seit einiger Zeit in einer größeren Artikelserie sehr lesenswerthe, gediegene Kommentare zu allen zehn Leitsätzen. Wenn Sie dazu beitragen, die Leitsätze in nichtjüdischen Kreisen zu verbreiten, unterstützen Sie unsere Bestrebungen. Wir können unsere Thesen nicht an die Thüren der Gotteshäuser anschlagen, aber wir wünschen, daß es in die breiteste Oefientlichkeit gelange, was wir sind und was wir sein wollen: „Gute Deutsche, treue Juden!" X., Wiesbaden. Freundlichen Dank für Uebersendung der „Frankfurter Zeitung" vom 2. Mai mit dem blau angestrichenen Inserat „Bad Brückenau". Daß die Expedition der „Frankfurter Zeitung" an dem Antisemitismus des Brückenauer Villenvermiethers keinen Anstoß nimmt und dessen Inserat „Israelit, ausgeschlossen" nicht zurückweist, wundert uns nicht. Durch diese Ankündigung bleiben übrigens Juden davor bewahrt, auf die möbl. Zimmer der antisemitischen Villa zu reflektieren. B. C. Leipzig. In den „Alldeutschen Blättern" vom 16. März schreibt Or. Böhme: „In Nummer 7 der „Leipziger Finkenschaftszeitung" verwählt sich Herr cand. hist. Will). Ohr gegen meine Behauptung, daß die Finkenschaft verjudet sei. Wir haben bei den diesjährigen Lesehallenwahlen die Mannen der Finkenschaft anrücken sehen, in der Hauptsache Juden und andere Ausländer. (Der Herr Kriegsminister macht Schule! — D. R.) Die Vorherrschaft der jüdischen Elemente in der Finkenschast der am meisten verjudeten Universitäten erscheint demnach zweifellos. Ist es wirklich gelungen, die wenigen Juden an der Leipziger Universität von der Finkenschaft fern zu halten, so begrüße auch ich das mit Freuden. Vielleicht ist es gerade Herr Ohr, dem ein wesentliches Verdienst in dieser Beziehung zukommt; ich entsinne mich, daß er in Berlin nur insofern mit mir nicht übereinftimmte, als er nur augenblicklich ein Vorgehen gegen das Judenthum nicht für angebracht hielt, weil es sich in einer Periode der Bescheidenheit befände. Sollte er sich noch weiter gemausert haben, so spreche ich ihm meinen herzlichsten Glückwunsch aus; ich habe das bei seinen guten Anlagen auch vorausgesehen." — Andere haben es wohl auch. Der geblendete Fink hat immer das feinste „Ohr!"