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Im deutschen Reich · 1902-05-01 · Heft 5 (Mai 1902) · p. 302

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 5 (Mai 1902)
Article
O. L., G. S., D. N., Berlin
Date
1902-05-01
Page
302 (sequence 2)
Language
German
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302 Fm deutschen Reich. nannte Restauration nicht beworben habe, in Folge dessen mir auch der Zuschlag nicht ertheilt werden konnte. Die Führung des Hotels Kölner Hof nimmt außerdem meine Zeit voll und ganz in Anspruch, so daß es mir unmöglich wäre, noch nebenbei andere Geschäfte zu führen." — Wir hatten die Mittheilung in Nr. 201 dem „Taunus- Boten" entnommen, im guten Glauben, daß sie auf Wahrheit basiere." — Herr Laaß widmet also weiter seine Kraft ausschließlich seinem „judenreinen Kölner Hof". E. N. Berlin. Die auch von konservativen Blättern veröffentlichten statistischen Darlegungen über die Verhältnisse der Juden in Deutschland haben keine antisemitische Tendenz, die nur künstlich in dieselben hineingctragen werden kann. Der Verfasser Nuppin ist übrigens selbst Jude. Die Ergebnisse seiner Zusammenstellungen sind auch in den wichtigeren Punkten nicht zu beanstanden, wo sie allerdings auch nichts Neues darstellen. Das gilt vom Zurückbleiben der jüdischen Bevölkerungszunahme gegenüber der christlichen, wie von den günstigeren Sterblichkeitsziffern und der geringeren Geburtcnfrequenz der Juden. Dies sind aber Thatsachen, die für antisemitische Ausbeutung nichts weniger als geeignet scheinen. Der Verfasser weist selbst darauf hin, wie die geringere jüdische Geburtensrequenz schließlich die selbstständige Erbaltung der Judenheit in Frage stellen könnte, während doch dem Antisemitismus nur mit der Feststellung gedient sein könnte, daß durch ungleich stärkere Vermehrung der Juden die Gefahr ihrer numerischen Ucberwucherung bestände. Was der Verfasser hinsichtlich der Sterblichkeit bei den Juden anführt, könnte vielleicht den Schluß auf eine nicht völlig objektive Darstellung zulassen. Er betont nämlich die Thatsache nicht genügend, daß der Unterschied wesentlich durch die bei den Juden geringere Kindersterblichkeit herbeigeführt ist. Aus des Verfassers eigenen Zahlenangaben geht hervor, daß die Sterblichkeit der Erwachsenen bei den Juden zugcnommen, bei den Christen aber abgcnommen hat. Anstatt nun hervorzuheben, daß eine günstigere Kindersterblichkeit nur ein höheres Kulturniveau bedeutet, daß sie stets und überall zugleich eine Begleiterscheinung geringerer Geburtenfrequenz ist, ergeht er sich in der Spekulation darüber, ob die Erhaltung schwächet Individuen über das Alter der Kindheit hinaus für die Juden ein Volks wirtschaftlicher Gewinn wäre. Die physische Kraft ist doch nicht allein werthjchaffend und von Bedeutung, und selbst wenn dies der Fall wäre, zeigt doch die alltägliche Erfahrung, daß aus schwächlichen Kindern geistig wie körperlich gesunde Erwachsene werden können. Andererseits aber liegt in der bloßen Heranziehung des Altersaufbaues der Berliner jüdischen

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