Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 4 (April 1902)
- Article
- Auf mehrfache Anfragen
- Date
- 1902-04-01
- Page
- 252 (sequence 2)
- Language
- German
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252 Im deutschen Reichangehereu, zu besuchen. Diese Darstellung ist unrichtig; es bedarf auch nach Ansicht des Gerichtshofes lediglich eines Dispensationsgesuches, um die Befreiung von solchem Schulbesuch zu erreichen. Wir hoffen, unseren Lesern das Urtheil in dem nächsten Hefte mit-' theilen Zu können. L. M.» Berlin. In dem 7. Heft der „Deutschen Monatsschrift für das gesammte Leben der Gegenwart" sagt Adolf Bartels in einem Aufsatz „Friedrich Nietzsche und das Deutschthum" von dem genannten Philosophen: „Der Bruch mit Wagner, der ein bewußter Repräsentant des nationalen Deutschthums gewesen, hat Nietzsche veranlaßt, als Gegner desselben aufzutreten. Auch der Antisemitismus seines späteren Schwagers Förster hat seinen freilich sehr bedingten Philosemitismus mitverschuldet." Nietzsches Schwester, Frau Elisabeth Förster, hat sich aber seiner Zeit darüber in der „Zukunft" wie folgt geäußert: „Ein Angriff ging von antisemitischer Seite aus. In einigen anonymen Schreiben wurde auf wahrhaft raffinierte Weise meinem Bruder der Glaube beizubringen gesucht, als ob mein Mann von Südamerika aus einen gegen den „Zarathustra" gerichteten Artikel geschickt hätte und als ob dieser nur mit seiner und sogar mit meiner Billigung in einem antisemitischen Blatte zum Abdrucke gelangen solle. Der anonyme Driefschreiber wollte sich für einige jndenfreundliche iinb antijcmitcnfeindliche Bemerkungen rächen; und um dem Einsamsten der Einsamen zu zeigen, daß er selbst die Wenigen verloren habe, die seinem Herzen nahe standen, schrieb er ihm diese boshaften Erfindungen. Mein Bruder fühlte sich tödtlich verletzt. Mit keinem Menschen konnte er sich in seiner Verlassenheit aussprechen. Und diese antisemitischen Angriffe müssen sich wiederholt haben — schließlich brachen sie ihm das Herz." — Nöch über den Tod hinaus verfolgt den beklagensmerthen Philosophen die Rachsucht der Antisemiten'. L. K. Berlin. Das GastspiA der Sängerin Ada Colley im Herrnfeld-Theater gab der judenfeindlichen „Staatsbürger-Ztg." den erwünschten Anlaß, für den österreichischen Juden, der dieses Theater höchst erfolgreich leitet, eine „Bomben-Rcklame" zu machen. Dabei ging das Blatt sogar so weit, wegen ihres jüdischen Geschäftsfreundes die strenge Heilighaltung des ernstesten christlichen Feiertages zu beklagen. Es schrieb wörtlich: „Direktor Anton Herrnfeld hatte sofort erkannt, daß ein Engagement der grandiosen Künstlerin mindestens einen Gewinn für das Renommee det Herrnfeld-Theaters bedeuten, ferner aber gerade für die Kar Woche, wo die ja leider noch bestehenden polizeilLchen Be