Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 4 (April 1902)
- Article
- Hamburg
- Date
- 1902-04-01
- Page
- 245 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 245 weitesten Kreisen beliebte Heimgegangene nicht nur unsere vorige Hamburger Vereinsversammlung geleitet, sondern auch zugesagt, die für die nächste Zeit geplante dortige Eentral-Dereinsversammlung zu leiten. Um so schmerzlicher berührte uns die Trauerkunde von dem frühen Hinscheiden eines so trefflichen Mitgliedes, von dessen allgemeiner Beliebtheit die Bestattungsfeier am 31. März deutliches Zeugnis; gab. Bei derselben widmete Herr Dr. Voigt im Namen der Aerztekammer dem entschlafenen Kollegen einen ehrenden Nachruf und Herr Wcbmeyer einen solchen im Aufträge der Großlogen. Schließlich richtete Herr Dr. Procbownik warmempfundene Worte an die Trauerversammlung. Ehre seinem Andenken! 4- Thorn, 2. April. Die „Thorner Ostdeutsche Zeitung" betont in mehreren Artikeln über „Das Deutschthum in Thorn" sehr richtig die Pflicht aller gebildeten Kreise in den Ostmarken, ihre Kraft der Belebung deutschen Zusammengehörigkeitsgefühls zu widmen, und sagt dabei u. a. Folgendes: „Eine in nationaler Beziehung auf das Tiefste zu bedauernde Wirkung in der Richtung der Zersetzung der bürgerlichen Kreise hat ja leider, wie das auch neuerdings seitens des Leiters des Ostmarken - Vereins in seiner vielbesprochenen Broschüre hervorgehoben ist, der Antisemitismus ausgeübt, und wenn es heute durchaus keine Seltenheit ist, daß Angehörige der gebildeten Stände ihre Zugehörigkeit zu einem Vereine schon dann für ausgeschlossen erklären, wenn unter einer größeren Mitglicderzahl auch nur vereinzelte Juden sich finden, deren gesellschaftliche Qualifikation sie im übrigen nicht bestreiten, so muß wohl jedem weniger befangen Urtheilendeu, der immer noch sehr weit von dem in christlichen Kreisen wohl überhaupt nicht sehr stark vertretenen Philosemitismus abstehen mag, eine so wenig vertiefte patriotische Auffassung nicht verständlich erscheinen. Will man denn durchaus die Juden, denen ja gerade wegen ihrer im allgemeinen günstigen Dermögungslage nur an einer möglichst ungestörten friedlichen Entwicklung des Staates gelegen sein muß, in eine antinationle Stellung hineindrängen und damit den feindlichen Elementen einen recht kräftigen Zufluß verschaffen? Ein derartiges, das Staatswohl nethwendig schädigendes Verhalten kann mit wirklichem Patriotismus wohl nicht mehr in Einklang gebracht werden." & Zittau i. S., 2. April. Der „Zittauer Morgenzeitung" wird über eine interessante Schöffengerichtsverhandlung aus Dresden berichtet: „Der Direktor der Dresdener Allgemeinen Versicherungsgesellschaft und frühere Vorsitzende des Aujsichtsrathes der antisemitischen „Deutschen Wacht", Hermann Lehleithner, halte