Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 3 (März 1902)
- Article
- F. S. Berlin
- Date
- 1902-03-01
- Page
- 183 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 183 vielseitigen Talenten selbst bringen wird, muß ja auch abgewartet werden. E. C. Berlin. Wir halten die „Jüdische Hyänen des Schlachtfeldes" überschriebene Notiz, wonach ein Herr Goldreich aus Johannesburg einen Lodtlich verwundeten Burenfeldpostmeister ausgeplündert und dabei eine ganze Ausgabe seltener Transvaal- Postmarken erbeutet haben soll, für nichts mehr als einen raffinierten Trick eines Briefmarkenhändlers, der auf diese Weise Käufer für erhandelte südafrikanische Marken anlocken will. Der Universalanzeiger für Briefmarkenhändler „Post" trägt dabei keine Schuld, da er das betreffende Schreiben offenbar in gutem Glauben wiedergegeben hat; auch für die widersinnigen Glossen der „D. Ztg." ist derselbe ebensowenig verantwortlich wie für die von der „Staatsbürgerin" hinzugefügte noch widersinnigere Ueberschrift. Es ist nur zu verwundern, daß das edle Blatt nicht auch Frau Gold st ein, die erste Rednerin in der Versammlung des „Frauenhülfsbundes für die Bnrenfrauen und Kinder" mit den „jüdischen Hyänen des Schlachtfeldes" identifiziert hat. Wenn man „Goldstein" heißt, ist man selbst an der Seite des mit Herrn Stöcker befreundeten Pfarrers Schowalter vor ähnlichen antisemitischen Titulaturen doch sonst nicht sicher! O. L. Berlin. „Ein „deutscher" Jude, der vor dem englischen Geldsack den Kotau macht." lautet die Ueberschrift, in welchem die „Staatsbürger Ztg." schlankweg behauptet, der in der „Pall Mall Gazette" veröffentliche Brief des Großindustriellen Schwarzenbach rühre von einem in der Schweiz lebenden Juden her. Woher das Antisemitenblatt die Kenntnis; von dem Religionsbekenntniß dieses für England begeisterten Herrn hat, wissen wir nicht — uns ist kein jüdischer Großindustrieller dieses Namens in der Schweiz bekannt. (Die „Staatsbürger Ztg." hat sich auch in diesem Falle genöthigt gesehen, zu „berichtigen"; sie bringt nachträglich folgende Briefkasten-Notiz: „Herr Schwarzenbach hat sich in der frag!. Zuschrift als „Deutscher bezeichnet. Wir nehmen gern davon Kenntniß, daß er, wie Sie uns mitrheilcn, Schweizer von Geburt ist. Wir überlassen der Schweiz gern diesen „Schweizer." Uebrigens ist der Brief, den wir veröffentlicht haben, so echt jüdisch, daß es wenig erheblich erscheint, ob Sch. Christ oder Jude ist. Seine Handlungsweise entspricht jedenfalls der jüdischen Gefchäftsauffassung. Wir verurteilen nicht den einzelnen Juden, sondern das jüdische Gebühren, gleichviel ob wir es bei Juden oder Christen antreffen. Ist Sch. wirklich Christ, so ist unsere Beurtheilung noch viel zu milde ausgefallen; er verdiente