Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- O. M., München
- Date
- 1902-02-01
- Page
- 126 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316689-2316691--09277-2329233- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
126 Im deutschen Reich. hieß, in Galizien geboren und mosaischer Religion. Er ist vielmehr aus Paderborn in Westfalen; längere Zeit soll er Schüler einer ausländischen Jesuitenschule gewesen sein." S. L. Meran, Tirol. Die Nr. 1 des Witzblattes „Der Scherer" wird durch das völlig im Style der Glößscheu Bilderbogen gehaltene fratzenhafte Maiktbild widerwärtig entstellt. Daß ein Blatt, welches der freiheitlichen Richtung dienen will, in dem Streit mit den Klerikalen aus reiner Popnlaritäts - Hascherei den Antisemitismus der „Völkischen" unterstützen zu müssen glaubt, ist eine beklagenswerthe Verirrung! Herr Dr. Klaus, Rektor des Realgymnasiums zu Schmäb.- Gmünd schreibt uns: Eine Besprechung des Buches von Theodor Franzen über die Juden in Köln in Nr. 12 des Dczemberheftes dieser Zeitschrift, in welcher eine Abhandlung von mir über die Geschichte der Juden in den „Deutschen Geschichtsblattern* in anerkennender Weste erwähnt wird, giebt mir Veranlassung, einige Lstcfrüchte zu dieser Frage mitzutheilen, die vielleicht den einen oder andern Geschichtsfreund interessieren. 1. Im 4. Jahrhundert n. Ehr. scheinen die Juden im östlichen Gallien ziemlich zahlreich gewesen zu sein, während sich in den übrigen Theilen nicht viele fanden. Das zeigt ein Erlas; Konstantins d. Gr., der den Juden in Köln nicht wenige Privilegien einräumt (Cod.-x Dbeorlosiinus, lib. XVI, Ut. 8, tom. VI, pag. 242, editio Gothofredi). 2. Ein Beweis für das friedliche Derha'ten der Juden gegenüber den Chnsten in Spanien zur Zeit des Papstes Alexander II. stt folgendes Schreiben des Letzteren (Labbe Conc. t. IV, col. 1138 u. Agnire Conc. Hispan. t. IV, p, 430): — Papst Alexander an alle Bischöfe Spaniens. Es hat uns g« fallen, was wir über euch kürzlich haben sagen hören, wie ihr die Juden beschützt habt, welche unter euch wohnen, damit sie nicht von denen getödtet würden, welche gegen die Saracenen nach Spanien zogen. Denn jene wollten aus thörichter Unwissenheit oder vielleicht von blinder Leidenschaft ergriffen, zur E mormrng derjenigen Vorgehen, welche vielleicht die göltliche Liebe zur Rettung benimmt hatte. Die Sache der Juden und der Sara enen ist doch ganz verschieden. Denn gegen diese, welche die Christen verfolgen, aus den Städten und von Haus und Huf verjagen, wird mit R cht gekämpft. Die Juden dagegen sind überall bereit zu dienen. Schw. Gmünd. vr. Klaus.