Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- C. C. Hamburg
- Date
- 1902-02-01
- Page
- 125 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2316602-2316689-2316691--09268-2329232- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Briefkasten der Redaktion. 125 harren werde, welche mit Rassen- und NeligionShaß völlig unvereinbar sind.^ M. V., Frankfurt a. M. Der betreffende Bericht des von dem Abg. Hirsche! in Offenbach redigierten Antiscmitenblattes „Deutsche Volksmacht" enthält offenbar nur ein einziges unrichtiges Wörtchen. Er lautet: „Der jüdische Advokat Comby, der jüngst den zum Tode verurtheilten Mörder seiner fünf Kinder, Briere, veriheidigt hat, wurde durch den Ehrenrath der Pariser Advokaten aus der Advokatenliste gestrichen, weil er überführt worden ist, in einem Mordprozeh die Belastungszeugen zu falschen Aussagen verleitet;u haben." — Daß Mr. Comby „Jude" ist, hat wörtlich bisher niemand gewußt; wenn ihn Herr Hirsche! dazu gemacht hat, beweist dies nur das „Maul".Talent mancher antisemitischen Redakteure, deren Namen selbst auf jüdische Abkunft hindeuten. Offenbach, a. M. Wir danken Ihnen für den gefälligen Hinweis darauf, daß in der Frankfurter Stadtbibliothek die Büste des berühmten Sprachforschers Lazarus Geiger (als Jude gestorben am 30. August 1870) aufgestellt ist. — Daß Sir grtteft Cassel längst gelaust ist, war uns unbekannt. Für die „Staatsbürger Ztg.", die ihre Ansichten über die Taufe nicht verhehlt, ändert das aber nicht das Geringste. M. L. Main;. Dadurch, daß der Genchtsaccessist Dr. Max May in Worms als Gerichtsschreiber in Gießen angcstcllt wurde, ift allerdings der erste Schritt auf dem von den hessischen Kammern augedeuteten rechten Wege geschehen. Daß Herr Justizminister Dütmar auf diesem Wege stehen bleiben sollte, ist hoffentlich ein Köhler- Glaube! O. M., München. Daß das antisemitische „Deutsche Volksdlatt" vor den Ptivatkuren eines in München, Davariariug 33, wohnhasten gewissen C. B. F. Rosenthal wanne und diesen protestantischen Herrn als privatisierenden Juden bezeichnete, entspricht nur einem bekannten antisemitischen Braucke. Die Offenbacher „Deutsche Dolkswacht" vom 8. Januar bezeichnete einen Hochstapler, der längere Zeit in Ulrickstein unter dem Namen Dr. Haag als Arzt praktizierte und dann unter Hinterlaffung ansehnlicher Schulden verschwand, als „jüdischen Schwindelarzt". Bald darauf berichtete der „Gnßencr Anzeiger": „Der flüchtig gewordene Schwindler, der in lUrichstcin als Arzt praktizierte, ist nicht, wie es