Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Dr. U., Berlin
- Date
- 1902-01-01
- Page
- 53 (sequence 1)
- Language
- German
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5N Briefkasten der Redaktion. 1>r. U., Berlin. Wir sind Ihnen für den Hinweis auf die „Weltgeschichte in Umrissen" des Grafen Kork von Wartenbürg sehr dankbar. Zn diesem Werke, dessen Verfasser dem preußischen Generalstabe aktiv angehorte und in Ehina um'ö Leben kam, findet sich (Seite 124) folgender Passus: „Wer für seinen Staat kämpfen muß, den kann man dauernd nicht von der politischen Arbeit ausschließen. Daher konnte im 18. Jahrhundert mit seinen Söldnerheeren der aufgeklärte Despotismus bestehen und wohlthätig wirken, mußte aber im Jahrhundert der Volksheere den Platz räumen. Daher ist es ein Unsinn unserer Antisemiten, Beschränkungen der staatlichen Rechte für die Juden zu verlangen, während man sie doch zum Heeresdienste heranzieht. Daher begehr Rußland einen Unsinn, indem es eben dieses thut, und es befindet sich überhaupt dieser Staat auf einer falschen, nicht dauerhaften Basis, indem in ihm der unbedingten Wehrpflicht der Bürger eine ebenso unbedingte politische Rechtlosigkeit gegenübersteht." V. G. Berlin. Von der „Staatsbürger-Ztg." gilt wirklich das Wort, „sie spottet ibrer selbst und weiß nicht wie!" In dem ..Weihnachten!" überschricbenen Leitartikel des judenfeindlichen Blattes vom 25. Dezember steben buchstäblich nachstehende Sätze: „Friede auf Erden! Welch köstliche Verheißung! Und wer sie recht versteht und richtig zu deuten weiß, wer um diesen Frieden ringt und nach ihm strebt, der wird ihn auch empfangen und wird ihn als kostbarstes Gut in seiner Brust bergen. Aber die Menschheit hat leider die himmlische Botschaft nur zu gering geachtet und allzuwcnig nach ihr zu.handeln gewußt. Wer Christi Nachfolge auf sich nimmt, der hat den Frieden. Das zu verstehen ist freilich heute schwerer als je; denn der Friede scheint von der Menschheit gewichen . . . . . weil ein Volk, welches auch „christlich" genannt sein will, ja welches mit seinem „Christenthum" in widerwärtiger Heuchelei scheinheiligen Kultus treibt, ihnen das Land, in dem sie friedfertig ansässig waren, nicht gönnt! ..... Und wenn beute in mancher