Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1901)
- Article
- L. K. Amitai [Rezension]
- Date
- 1901-12-01
- Page
- 709 (sequence 2)
- Language
- German
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Dücherschau. 709 seligenden Neize des jüdischen SabbaLhs besprochen, ruft er aus: ^Wie sind diejenigen An beklagen, die verlernt haben, der Neize des Sabbaths sich zu erfreuen oder diejenigen, welche dieselben nie gekannt haben!" Tie schöne alte Zeit des unbedingten Genusses des Sabbaths in der Allgemeinheit, selbst in der Mehrheit des Judenthums ist jedoch vorüber; ein Kampf zwischen dem Ringen nach Existenz und der Befolgung des religiösen Gebots der Heilighaliung des Sabbaths ist ausgebrochen, und nun kommt es darauf an, eine „Conciliation" zu finden. Der Verfasser erwähnt zuerst Seite 28 den nicht selten erwähnten Grund gegen die Strenge der Sabbathfeier, daß die Thora selbst zu den religiösen Geboten hinzufügt pr1?, damit ihr lebet; die Erhaltung des Lebens ist also als Endziel angegeben, und nur die mif diesem Endziel vereinbarten Gebote können befolgt werden. Es ist klar, welcher Mißbrauch mir diesem 'Argument gemacht werden kann, wenn es mir Leichtigkeit angenommen wird. Handwerkern und Kaufleuten, die nicht ohne Grund klagen, daß durch die auf die Sonntagsfeier bezüglichen Gesetze das Einstellcn aller Thätigkeit und aller .Geschäfte aut Sabbath sehr schwer wird, ist von Rabbinern gcrathen worden, einen Christen als Theilnehmer anzünehmen und ihm den Gewinn am Sabbathrage ausschließlich zu überlassen. Doch erklärt der Verfasser selbst in einer Terrnote zu Seite 26, daß er die Verantwortlichkeit für diesen Rath nicht übernehme. Mehrere andere Mittelchen werden erwähnt, doch giebc es fi’ir einen gläubigen Juden nur die eine klassische ,,Eoncilia1ionD die der Verfasser auch au einer Stelle erwähnt, und die in der Bibel bei Gelegenheit der Feier des Jubeljahres ausgesprochen ist; sic sichert die unbedingte Hülfe der Vorsehung denen zu, die mit festem Vertrauen die scheinbar schadendrohenden Gebete befolgen. In der Thal haben unsere Vorfahren, die innerhalb sehr beengender Schranken sich zu bewegen halten, den Sabbath streng und mir Vergnügen als Ruhetag gehalten und sich dabei auch maternll sehr wohl befunden. Was bei Gelegenheit der Sabbathfeier gesagt ist, laßt sich auch auf andere Verhältnisse anwcnden, und mir Recht führt der Verfasser das englische Sprichwort an: ..Where liiere is a will. thcre is a wayu. „Wo ein fester Wille da ist, läßt sich ein Weg finden." Die Schrift enthält, wie wir in: Eingänge erwähnten, viele treffliche Kapitel, die mir hier nicht einzelndurchgehen können, die wir aber, wie die über Erziehung der Kinder in Schule und Familie, den Lesern dieser Zeitschrift angelegentlichst empfehlen. Wenn der Leser sie beherzigt, werden ihm Wissen und Gewissen