Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1901)
- Article
- N. C. Dresden
- Date
- 1901-12-01
- Page
- 700 (sequence 2)
- Language
- German
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700 Im deutschen Reich. „die Ratten das sinkende Schiff verlassen". Die „Deutsche Wacht" veröffentlicht freilich ein Schreiben des Herrn Hans ^erthold, in welchem dieser „mit unverfälschtem deutschen Gruße" Folgendes erklärt: „Weder die angebliche „zunehmende Lebensschwäche" der „Deutschen Wacht", noch die „unerquicklichen finanziellen und Personenverhältnisse" haben mich zu meinem Ausscheiden bewogen. Ich stelle vielmehr fest, daß ich die günstigen Verhältnisse wahrnchmend einem längst gehegten Wunsche gefelgt bin, mir den Weg nach Südafrika wieder zu bahnen." — Wenn Herr Berthold die jetzigen Verhältnisse in Südafrika für günstiger als diejenigen in der „Deutschen Wacht" hält, können die letzteren kaum besonders erquicklich sein. Kücherschau. Theodor Franzen, Tie Juden in Köln. Von den Römerzeiten an bis auf die Gegenwart. Verlag der antisemitischen Buchhandlung Eduard Hensel, Köln a. Rh. 1901. Von den recht zahlreichen Untersuchungen, welche neuerdings über die Geschichte der jüdischen Gemeinden in den einzelnen deutschen Städten und Landschaften erschienen sind, rühren zwar naturgemäß die meisten von unseren Glaubensgenossen her; doch nehmen auch Arbeiten christlicher Gelehrten in diesem Forschungsgebiete, das ja ebensowohl der deutschen Geschichte wie derjenigen der jüdischen Glaubensgemeinschaft angehört, einen ehrenvollen Platz ein. Es sei hier nur aus Liebe's Studie über die Juden im Erzstist Trier und die von Zehnter über die Juden in der Markgrasschast Baden verwiesen; daneben muß namentlich auch des zwar ein allgemeines Thema behandelnden, aber für diese Forschungen grundlegenden Werkes des berühmten Nechtshistorikers Otto Stobbe „Die Juden in Deutschland während des Mittelalters" gedacht werden. Neuerdings hat auch ein, wie wohl mit Sicherheit angenommen werden kann, christlicher Forscher Klaus in den „Deutschen Gejchichtsblättern" eine vortreffliche Uebersicht über die Untersuchungen gegeben, welche sich mit diesem culturgcschichtlich höchst wichtigen Gegenstände beschäftigen, und hat die in dieser Beziehung noch zu lösenden Fragen formuliert. Alle genannten Forscher stellten sich die Aufgabe, ein Stück der deutschen Vergangenheit anfznhellen, und lösten sie in trefflicher Weise, da sie allen dazu nöthigcn geistigen Besitz, nämlich Wahrheits-