Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1901)
- Article
- L. S. Magdeburg
- Date
- 1901-12-01
- Page
- 697 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 697 sind im allgemeinen identische Blätter. Dies erkennt man Z. B. an dem Leitartikel der Nummer vom 1. Dezember, in welchem übrigens in der „Sacksenschau" durch einen Satzfehler der auf den verstorbenen Abg. Schönlank geschriebene Nackruf den gleichfalls verstorbenen Abg. von Siemens beschimpfte. Interessant ist aber auch, was die „Sachsenschau" fortläßt und was sie an Stelle des Fortgelassenen selbst bringt. Fortgelassen ist das Gedicht „Mahnruf an die deutschen Mädchen"' ^Hochwacht, Beilage S. i) und aus Hauptblatt S. 3 der Artikel „Jüdische Herrschaftsgelüstc", wo vom Prozeß Sternberg die Rede ist. Dafür steht in der „Sachsenschau" l Beilage S. 3) eine Betrachtung über „Sternbergereien", die sehr verständig davon spricht, daß Sittlichkeitverbrechen weder einem einzelnen Stande noch einer einzelnen Religion zur Last fallen. R. L. Breslau. Die in dem „Hamburger Israelitischen Familicnblatt" besprochene „seltsame Jugendschrift", welche den Titel „Itzig Beitels Reise-Abenteuer" führt und'einen Band der von A. Weichert, Berlin X., Neue Königstraße 9, verlegten „Indianer- und Volksbibliotbek" bildet, unterscheidet sich offenbar nicht wesentlich von ähnlichen Machwerken und bezweckt wohl mehr eine Reklame für die Verlagsbuchhandlung als Unterhaltung, geschweige Belehrung. Der Verfasser, der sich „Emil von Nord" nennt, aber wahrscheinlich aus Halbasien stammt und sich richtiger „Schlemil von Osten" genannt haben würde, sucht die lieben Kleinen speziell für den Arbeitsging in dem großen Verlagshause in der Andreasstraße zu interessieren. Die Namen der in der „geistsprnhenden" Erzählung vortommenden Personen „Sarah Veilchendust und Manschet Lilienstengel" zeugen deshalb noch keineswegs für eine antisemitische Tendenz, weil sich aus dem ganzen Inhalt der Schuft schließen läßt, daß der Verfasser in einer Gegend ausgewachsen ist, in welcher die Träger derartiger Namen zu den Honoratioren gehören. Der Verleger Weichert ist ebenfalls über den Verdacht antisemitischer Tendenz erhaben, da er früher die „Alte Berliner Correspondenz" herauegegeben hat, für welche ein diesiger älterer, jüdischer Schriftsteller verantwortlich zeichnete, und in welcher von Ieit zu Zeit philosemitische Notizen enthalten waren. Es liegt also wohl kein politischer Gesinnungswechsel, sondern nur — eine Geschmacksverirrung vor. D. H. Nakel. Der antisemitische „Deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Verband" scheint jetzt thatsächlich die Provinz Posen heimzusuchen. Wir sind Ihnen deshalb für Ihre gefl. Mittheilungen sehr dankbar, können aber den dortigen Firmen nur dieselben Ratschläge ertheilen, die wir den in gleicher Lage befindlichen