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Im deutschen Reich · 1901-12-01 · Heft 12 (Dezember 1901) · p. 696

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 12 (Dezember 1901)
Article
G. S. Berlin
Date
1901-12-01
Page
696 (sequence 2)
Language
German
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x)\\\ t)ci.ljd)cn Reich. GOß hatte er recht viele „schwarze" Fahrgaste im Wagen, als er schnell entschlossen ausries: „Judenstraße!" So glaubte er, es recht gut und tolerant gemacht zu haben; aber was war das? Erboste Blicke, halblaute Schimpfworte; dann steckten die „Schwarzen" die Kopfe zusammen, und wenige Tage daraus erfuhr unser Schaffner, daß eine bitterböse Beschwerde gegen ihn eingelaufen sei, weil er statt Inden- Inden-Straße ausgerusen hatte. Diese Freoelthat konnte er nun freilich nicht leugnen, und er wurde von der Direktion der Straßenbahn in Strafe genommen." — Im Wiederholungsfälle dürfte die Direktion dm „höflichen" Schaffner un. bedenklich sofort entlassen, da für seine Zukunft die fiir ihn begeisterte „Staatsbürger - Ztg." aus den reichen Überschüssen ihrer Pücklcr- Versammluugen sicher in glänzender Weife sorgen würde. H. C., Berlin. Der Redakteur dieses Blattes fühlte sich durch die Notiz der „Freisinnigen Ztg.". die städtische höhere Töchterschule in Dresden betreffend, veranlaßt, einen Lehrer dieser Anstalt um Auskunft zu bitten, lind hatte dabei bemerkt, es sei ihm wünschenswert) zu erfahren, .ob der Borwurf religiöser Unduldsamkeit der Anstalt, deren Schülerin auch seine verstorbene Schwester Margarethe gewesen sei, mit Unrecht gemacht werde." Darauf übersandte der Lehrer die eigenhändige Antwort des Direktors der städtischen höheren Töchterschule in Dresden, die wie folgt lautet: „Auf unsere Schute, für die Sie ein so freundliches Interesse hegen, beziehen sich die gemachten Mittheilungen nicht." O. L., Berlin. Einen antisemitischen Unfug in Eisenbahn- Coupes hat die Eisenbahn-Direktion Alroua abgestellt. Waggons der genannten Direktion trugen in ihren Abteilen Plakate antisemitischen Inhalts. Jetzt sind in Folge einer Mitthcilung des „Berliner Tageblatts" an den Präsidenten der Eisenbahn-Direktion Altona die zuständigen Organe angewiesen worden, etwa in Personenwagen sich vorfindende Plakate der bezeichneten Art sofort entfernen zu lassen. P. (?., Breslau. Dr. jur. Sigl, der Redakteur des Auttsemitenblatteö „Das bayrische Vaterland" ist durch Beschluß des König!. Amtsgerichts München ] Abteilung A für Eivilsacheu, welcker durch das Königs. Landgericht München I bestätigt worden ist, wegen Geisteskrankheit auf Antrag seiner Frau entmündigt worden. Als Vormund wurde Herr Rechtsanwalt Weinmahcr dahier bestellt. Das „Vaterland" ist durch Kauf in andere Hände übergegangen. L. S. Magdeburg. Die dort erscheinende „Sachsenschau" und die in Berlin als Organ des antisemitischen „Deutschen Volttbundes" von Hans von Mosch herausgegebcne „Deutsche Hochwacht"

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