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Im deutschen Reich · 1901-12-01 · Heft 12 (Dezember 1901) · p. 694

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 12 (Dezember 1901)
Article
Julius Riese
Date
1901-12-01
Page
694 (sequence 2)
Language
German
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694 Im deutschen Reich. schluß hieran erlaube ich mir, höfl. zu bemerken, daß mir dieses Blatt vollständig unbekannt ist, und daß ich niemals ein Inserat darin aufgegeben habe. Im übrigen möchte ich Sie noch darauf aufmerksam machen, daß der größte Theil meiner Kundschaft aus jüdischen Herrschaften besteht, und daß circa die Hälfte meiner Lieferanten jüdische Firmen sind. Ich bitte Sie höflichst, von Obigem in geeigneter Weise Notiz nehmen zu wollen und zeichne hochachtungsvoll Julius Riese. E. R. Berlin. Wenn der einzige antisemitische Stadtverordnete Pretzel als erster Vorsitzender des „positiven Parochialvereins der Sophiengemeinde" es für angezeigt erachtete, bei dem 19. Stiftungsfest dieses Vereins seinen Dimmer darüber Luft zu machen, daß in der Berliner Stadtverordnetenversammlung „jetzt glücklich 40 Juden sitzen", aber sein Parteigenosse, Rechtsanwalt Ulrich, sich nicht mehr mit der Ehrenkette schmücken darf, ist dies sehr verzeihlich. Ob ihm auch die Aeußerung Zu verzeihen ist, „daß unsere Kaiserin jüdische Pöbeleien gegen das Christenthum nicht guthciße", entzieht sich unserem Urtheil. Wir meinen, daß eine edelsinnige Frau überhaupt keine Pöbeleien gutheißen kann, auch keine ^antisemitischen", und ob unter den Juden oder unter den Judenfeinden Pöbeleien häufiger verkommen, darüber dürften die Berichte über antisemitische Versammlungen keinen Zweifel zulasseu! B. G. Berlin. Das Organ des „deutsch-nationalen Handlungsgehilfen - Verbandes", „Deutsche Handelswacht", bekennt seinen Antisemitismus ganz offen. Dasselbe hat erst kürzlich erklärt, daß der „Deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Verband" im Klassen. Interesse gegen das Ueberwuchern jüdischer Handlungsgehilfen Front mache und den Antisemitismus nicht als Ziel, sondern nur als Zweck für die Förderung des gemeinsamen Klassen-Juteresses betrachte. Das heißt doch, sich in aller Form und ohne Scheu zum Gefchäfts- Antisemitismus bekennen. F. R., Berlin. Bereits im November-Heft des vorigen Jahrgangs haben wir (S. 615) über diese bevorzugten Inserate der judenfeindlichen „Staatsbürger-Zeitung" Näheres mitgethcilt. Herr D. Baer bekennt sich nicht nur heute noch zum Judenthum, sondern hat s. Z. sogar („Voss.-Ztg." vom I. Mai 1900) eine Besprechung von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde angeregt, um Geldjammlungen für die Entdeckung der Mörder ln Könitz zu veranstalten. Herr

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