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Im deutschen Reich · 1901-12-01 · Heft 12 (Dezember 1901) · p. 692

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 12 (Dezember 1901)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1901-12-01
Page
692 (sequence 2)
Language
German
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692 deutschen Reich. öffnen, in welcher die deutschen Inden der verschiedensten politischen und religiösen Richtungen festgeeint zusammenstehen sollen «zur Abwehr äußerer Angriffe. Der „Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" ist dadurch groß geworden, daß er ein neutrales Gebiet bildete, auf dem nur das betont werden durste und betont wurde, was deutsche Juden eint, nichts von dem aber, was sie von einander scheidet. Damit war von vorn herein ausgeschlossen, daß unser Verein bezüglich der .Repräsentantenwahlen irgendwelche Thätigteit entsalten, daß er von Vereinswegen irgend eine Kandidatur unterstützen oder bekämpfen konnte. Wenn trotz dieser Thatsache eine gegentheilige Annahme bei einzelnen dem Vereine Fernstehenden Glauben fand, erklärt sich dies nur durch eine Verwechselung mit einem anderen, Ln letzter Zeit oft genannten Verein, der einen ähnlichen Namen führt wie der unsrige. Run ist der Wahlkampf vorüber, und hoffentlich finden sich alle, welche bezüglich innerer Fragen sich im alten Jahre nicht zn einigen vermochten, im bevorstehenden neuen Jahre cinmüthig zusammen zur Abwehr des gemeinsamen äußeren Feindes. Als ein neues Mittel zu dieser Abwehr haben wir Leitsätze zusammengestellt, die unsere Vereinsmitglieder überall verbreiten sollen, wo antisemitische Versammlungen stattsinden und judenseindliche Redner die Gemüthcr zu verwirren streben. Diese Leitsätze lauten: 1. Die Grundbedingung für Staat und Gesellschaft bildet das Recht. 2. Die Bekämpfung und Unterdrückung einer vom Staate anerkannten Religionsgesellschaft und ihrer Anhänger, auch wenn sie die Minderheit im Staate bilden, widerspricht dem Rechtsbewußtsein jedes gesitteten Volkes. 3. DieUebung der jüdischen Religion und ihre Sittcnlehre widerspricht in keinem Punkte den sittlichen Grundsätzen des modernen Staates; Gehcimlehren kennt das Judenthum nicht; also ist es Rechtens, die Juden den Betennern der christlichen Religion in staatsbürgerlicher und gesellschaftlicher Beziehung gleichzustellen. 4. Der Antisemitismus verletzt das Grundzebot der Nächstenliebe, das der christlichen undjüdischen Religion gemeinsam ist. 5. Der Antisemitismus urtheiit und handelt'durch Haß geblendet; er geht vom Recht zur Rechtlosigkeit und führt zum Anarchismus. 6. Wer den Antisemitismus fördert, macht sich zum

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