Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1901)
- Article
- Köln a. Rh.
- Date
- 1901-12-01
- Page
- 685 (sequence 2)
- Language
- German
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florrcfponfccnaen. 685 fesistellung herbeizu rufen. Mittlerweile batte sich ans der Straße eine große Volksmenge angesammelt, die durch das Verschwinden des Burschen in nicht geringe Aufregung geriet!); man dachte an den Zi'antener Knabenmord, der zu dem Buschofs-Prozeß geführt hat; auch damals sollte der spater als Leiche aufgefundene Christenknabe in ein Judenhaus gezerrt worden fein. Zum Glück, vielleicht zum größten Glück für Mildenberg, erschien ein Gendarm, dem das Dorgefallene mitgetheilt wurde. Dieser ging in das Haus, stellte den Sachverhalt fest und ließ den Knaben laufen. Wie es heißt, soll gegen den Angestellten des Mildenbcrgschen Geschäfts, Mildenberg selbst war verreist , Strafanzeige wegen Mißhandlung und Freiheitsberaubung erstattet worden sein. Mildcnberg dagegen hat sich veranlaßt gesehen, gegen einen christlichen Geschäftskonkurrenten, der aus dem Vorfall Kapital zu schlagen suchte, vorzugellen." — Ferner veröffentlicht die „Köln. Ztg." folgendes Schreiben des Lage:besitzet S. Mildcnberg aus Cleve: ^Wahrscheinlich in Felge von aufreizenden Reden gegen die Juden sammelte sich am Montag vor acht Tagen, abends gegen 6 Uhr, vor meinem Geschäftshaus, während ich mich auf einer Geschäftsreise befand, eine große Volksmenge, hauptsächlich halbwückffige Burschen von Jahren. an. Sie beschädigten die im Eingang ausgestellten Waaren und riefen uuflärhige Wörter ins Haus. Dadurch wurde ein junger Mann meines Geschäfts so gereizt, daß er sich den größten Schreier, der gerade im Begriff war, einen Eimer in den Flur zu werfen, faßte und in meinen Geschäftsverkaufsraum zog, wo sich noch Käufer befanden. Diese sowie mein ganzes Personal, das nur aus Christen bestellt, können bezeugen, daß der ick jährige Junge nicht mißhandelt, nicht cingespcert, nicht in eine Kiste gesteckt und daß ihm lein Haar gekrümmt worden ist. Nachdem ein Gendarm diesen Tbatbestand und den Namen des Jungen restgcstetlt hatte, verließ dieser das Haus. Während des kaum zehn Minuten dauernden Aufenthalts des Jungen im Verkaufslokal wurde die Menge draußen durch aufreizende gehässige Reden verschiedener Personen noch aufgeregter. Mali sprach gleich von Mord und sodtschlag, was sich wie ein Lauffeuer durch die ganze Stadt und Umgegend fortpftanzte. Es war dieses wohl auch der Zweck der Konkurrenz meines Geschäftes. Möchten die Anstifter dieses Zwischenfalles nicht unbestraft bleiben." ifc Paderborn, 7. Dezember. Dem „Wests. Volksbl." wird aus Siegen geschrieben: „Ein Beitrag zur Schachtfrage ist von hier zu melden. An den Vorstand des hiesigen Thierschutz.Vereins war von der Centralstelle Berlin der deutschen Thierschuh-Vereine die Anfrage gerichtet worden, ob in Siegen Anhänger des mosaischen Glaubens