Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1901)
- Article
- Konitz
- Date
- 1901-12-01
- Page
- 684 (sequence 2)
- Language
- German
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684 Im deutschen Reich Redesh An Stelle des verstorbenen Kaufmanns Hermann Bereut wurde Kaufmann David Lewin mit 20 'Stimmen gewählt, H Stimmeu erhielt Gutsbesitzer Otto Nedes. An Stelle des verstorbenen Maurermeisters Richard Böttcher wurde Flcischermeister Emil Wehden mit 26 Stimmen gewählt. 6 Stimmen wurden für den Kaufmann Ernst Marong und 2 Stimmen für den Schuhwaarenfabrikant Hermann Landmesser abgegeben. Als der Konitzer Rabbiner Dr. WevI am Abend des 8. Dezember gegen 12 Uhr nach seiner Wohnung zurückkehrte, wurde er auf dem Markte von zwei Burschen überfallen und mit einem Steck derart über Kopf und Rücken geschlagen, daß er hinstürzte. Der Ueberfallene büßte dabei Hut und Regenschirm ein. Alo Thäter soll der Lehrling eines Konitzer Geschäftes mit in Frage kommen. 4- Bütow, 5. Dezember. Der frühere Redakteur des antU semischen Bütower Blattes, Röhl, ist in Folge einer Beleidigungsklage des Konitzer Buchdruckereibesitzers Schlitz zll 13 Mk. Geldstrafe oder 3 Tagen Gefängnis; rnrd zu den Kosten des Verfahrens vcrurtheilt worden. Außerdem wurde dem Beleidigten die Veröffenllichungobefugniß auf Kosten des Angeklagten im „Bütower Anzeiger", „Bütower Tageblatt" und in der „Ostd. Tageszeitung" zuerkannt. — Antisemitenhände haben neuerdings wiederum sechs Fensterscheiben der hiesigen Synagoge zertrümmert. Die Polizei hat 30 Bit. Belohnung für die Ermittelung des Thätero ausgefetzt. Dazu bemerkt der „Bütower Anzeiger": „Wir richten nochmals die dringende Mahnung an alle unsere Bewohner, solche dummen Streiche, die absolut gar keinen Zweck haben, zu unterlassen." Leider giebt das Antiseinitenblatt nicht an, wer Herrn Rcdattenr Röhl und seinen Verleger, Herrn Dzinski, bewohnt, und ob cs wirklich auch dumme Streiche giebt, die einen Zweck baden. %* Köln a. Rh., 4. Dezember. Die „Köln. Ztg." schreibt: „Wie leicht es ist, der in einem Theile der niederrheinischen Bevölkerung lebenden Vorstellung vom jüdischen Ritualmorde neue Nahrung zuzusühren, beweist nachstehender Vorfall in Eleve. Vor einigen Tagen machte sich, .wie die „Krefelder Zeitung" berichtet, ein etwa! 3 jähriger Bursche, der von der Arbeit heimkehrte, mit den im Hausflur des Ladengeschäfts von S. Mildenberg ausgestellten Waren zu schaffen. Da gerade an diesen Gegenständen in der letzten Zeit wiederholt Diebstähle und Beschädigungen beobachtet worden waren, gerieth ein Angestellter des GeschästS beim Anblick des Burschen derart in Wuth, daß er ihn ergriff und durchprügelte. Darauf sperrte er ihn ein, wie es heißt, in der Absicht, die Polizei zur Personal-