Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 11 (November 1901)
- Article
- N. G., Berlin
- Date
- 1901-11-01
- Page
- 643 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 643 Heinrich Heine spricht B. „eine vollwichtige Leistung in der Litteratur" ab, den „arischen" Philosophen Nietzsche macht er zum „Götzen Israels", den ziemlich unbekannten Journalisten Sch'anka zu einer „Autorität" bezüglich der Beurtheilung aller Litteraturblätter, dem Lustjpieldichter Blumenthal macht er die häufigen Aufführungen seiner zugkräftigen Stücke Zum Vorwurf, was Hermann Levy für Richard Wagner geleistet ist ihm unbekannt, ebenso, das; Mendelssohn, Halovy, Rubinstein, (Feldmark und andere Musiker jüdischer Abstammung je gelebt und eon poniert haben. Das ganze seltsame Opus schliefst mit der von dem Autor wahrlich am wenigsten beherzigten Mahnung: „Haß und Argwohn müßt ihr dämpfen, Geiz und Neid und böse Lust!" C. L.-^alle a. S. Der, „Die Haftpflicht der Mitglieder der Genossenschaft" überschriebene Artikel der „Staatsbürger Zkg.", in welchem die Entscheidungsgrü de des Landgerichts I zu Berlin gegen ein Eintreibe - Bureau in Halle a. S. cingstlowren waren, erschien bereits am 20. September d. Js. „Jene Eintrd?ber-Bureaus, im Dolksmunde auch Leichenfledderer genannt — so heisst c* in jenem Leitartikel — „deren Inhaber meist den intelligenten Namen unserer Staatsbürger jüdischen Glaubens angehören, treiben u. s. w. u. s. w." Daß in Halle a. S. ein sehr bekanntes Eintreibe-Bureau vorhanden ist, welches dem früheren Klempner Otto Uhlig gehört, der weder Jude ist, noch von Juden stammt, ist uns deshalb sehr interessant. Dem Vernehmen nach ist dieser Herr derselbe, gegen den sich das landgerichtliche Erkenntnis richtet. Da der „Staatsbürger Ztg." darüber Genaueres bekannt sein muß, zeigt der gehässige Angriff derselben auf die völlig unbctheiligten Juden auf's biene, mit welchen Waffen diese Gattung der antisemitischen Presse zu tämpfen pflegt. A. M., Frankfurt a. M. Der Kgl. General-Kommission in Kassel wird in einem „Rentengutsbildnngen" überschriebeuen Leitartikel der „Staatsbürger Ztg." vom 26. Oktober der Mißerfolg der Rentengutsbildungen im Regierungsbezirke G-ffel zugejchrieben. Nur im Kreise Hunfeld sollen iu zwei von einander entfernten Ortschaften solche Bildungen zu stände gekommen stiu. In dem 'Artikel wird gesagt:'„Durch die Bildung von Nenteugüiein will man der in Hessen so stark ansgebreiteten Güterschlächterei einen Riegel vorschiebcn. — Und was haben wir sehen muffen? Man arbeitet gerade den Leuten in die Hände, deren Hauptmetier die Güterfchlächtcrei ist!-So etwas kann der gewöhnliche Menschenverstand unmöglich fassen. Was aber im Bezuk Kassel vorgekommen ist, das soll auch anderwärts passiert sein, so daß unser Artikel wohl