Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1901)
- Article
- D. S. Posen
- Date
- 1901-10-01
- Page
- 564 (sequence 2)
- Language
- German
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564 Fm deutschen Reich. richtig wiedergegeben sein. Antisemitische Berichterstatter hören auch an GerichtssteÜe zuweilen, was so nicht gesagt worden, was sie aber gern gehört hätten! S. V. Stettin. Die Antisemiten „Zimmermannschen Observanz", von denen viele sonst im Fahrwasser des Bundes der Landwirthe schwimmen, sind ihrer angeblichen Berfassungsfreundlichkeit bereits so untreu geworden, daß sie der Kornpreiserhöhung zu Liebe der Negierung sogar einen Staatsstreich anempsehlen. Der Parteisekretärvr. Giese erklärte ans dem Leipziger Parteitage: „Die Regierung darf sich diese Manipulation der Brodwucherschreier auf keinen Fall gefallen lassen. Dieselbe Geschichte haben wir schon bei Gelegenheit der lex Heinze erlebt, und wenn die Herren von der,Linken jetzt ebenso Vorgehen sollten, so meine ich, bleibt der Negierung gar keine andere Wahl, als einmal Gruft zu machen, denn durch ein solches Verhalten der Herren wird der Staatsstreich zur Nothwendigkeit und ich habe das Vertrauen zu unserer Regierung, daß sie — (Unruhe.) Ich meine, wir sollten das Vertrauen zu unserer Negierung haben, daß sie die Mittel finden wird, um solchen politischen Anarchismus bei Zeiten zu steuern, daß sie sich mit Händen und Fußen gegen die von der Linken versuchte Vergewaltigung sträuben und lieber ohne Verfassung arbeiten wird, als diesen Leuten ibre Wunsche erfüllen." (Unruhe.) Der Redner bedauerte weiterhin, daß sich der Reichstag noch nicht die neuesten Errungenschaften der Technik zu Nutze gemacht und einen elektrischen Abftimmungsapparat cingcführt habe, der Auszählungen, Hammelsprünge rc. überflüssig machen würde, deren System er eingehend schilderte. In Bezug aus die Sprünge des besagten Hammels erwies sich der Redner übrigens sachkundig! L.M. Bochum. „Die Staatsbürger-Zeitung" hat sich beeilt, auf den Vorwurf zu reagieren, der einigen dortigen bis jetzt leider unbekannten „antisemitischenVandalen" gemacht worden ist. Sie brachte am4.Oktober nachstehende Notiz: „Im „Herner Tageblatt" findet sich folgender Artikel: „Ueber einen Akt bodenloser Gemeinheit wird aus Bochum geschrieben: Die jüdische Gemeinde besitzt hinter ihrerSynagoge eine La:: bhütte. die mit großer Mühe alljährlich zu dem Laubhüttenfesr aufgebaut wird. . In einer der vergangenen Nächt.e hat der Vandalismus gewisser Leute hier in einer Weise gehaust, die jeder Beschreibung spottet. Unter dem Schutze der Dunkelheit ist die ganze Laubhütte, die der jüdischen Gemeinde in diesen Tagen zur Abhaltung ihrer Gottesdienste dienen sollte, von rüden Burschen demoliert und ihres Inhalts zum größten Theile beraubt worden. Wie es heißt, sollen