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Im deutschen Reich · 1901-10-01 · Heft 10 (Oktober 1901) · p. 558

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 10 (Oktober 1901)
Article
München
Date
1901-10-01
Page
558 (sequence 1)
Language
German
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558 Im deutschen Reich. München, 2. Oktober. Das am 14. i\ Mts. dahingeschiedene langjährige treubewährte Mitglied der hiesigen Kultusverwaltuug, Bankier Isidor Landauer, der auch an dem Centralverein ein reges Interesse nahm, war stets bestrebt antisemitische Angriffe abzuwchren. Als 1895 Or. Ratzinger in der bayerischen Abgeordnetenkammer eine judenseindliche Rede hielt, richtete Landauer an den ilnn früher befreundeten Redner ein Schreiben, in welchem er ihm an der Hand wissenschaftlicher Beweise die Ungerechtigkeit seiner Bezichtigungen darlegte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß Ratzinger der Wabrheir die Ehre geben werde. Der Antisemit veröffentlichte aber diesen Brief in Sigls „Vaterland"! G Mannheim, 11. Oktober. Nach der „Neuen Badischen Laudcszeitung" gewannen bei den Landtagöwahlen die Nationalliberalen 2 Mandate in Karlsruhe und eins in Lörrach-Land, verloren aber Pforzheim-Land. Das Centrum und die Antisemiten gewannen nichts und verloren nichts. Voraussichtlich wird künftig die badische zweite Kammer bestehen aus: 2.5 Nationalliberalen, 22 Mitgliedern des Centrum, 6 Socialdemokraten, 5 Demokraten, 2 Freisinnigen, 1 Antisemiten und 1 Bauernbündler.. Der Verlag der „-Neuen Badischen Schulzcitung" erläßt folgende öffentliche Erklärung: „Zu unserem größten Bedanern sind die „Brennenden Fragen" von Th. Fritsch, eine der verwerflichen antisemitischen Lügen-Hetzschrifren, auch dieser Zeitung beigelegt worden. Wir haben Sorge getragen, daß etwas Derartiges nicht mehr möglich ist, und erklären gern, daß die Redaktion nicht die geringste Schuld trifft." 4- Wien, 10. Oktober. Die „Bozener Nachrichten" theilen mit: „Vor einem Crkeuntnißseuate des Bozener Krcisgerichtes wurde am Montag die Hauptverhandlung gegen den mehrerer Verbrechen gegen die Sittlichkeit angeklagten Di*. A1 ois Hüber, 40 Jahre alt, von Grätsch gebürtig, verehelicht, prat't. Arzt in Meran, durchgesührt. Mit Rücksicht auf die Sittlichkeit fand nur die Verkündigung des Urtheils bei offenen Thüren statt. Di*. Alois Huber wurde des Verbrechens der Verführung'zur Unzucht und der Schändung, sowie der Uebertretuug gegen die öffentliche Sittlichkeit schuldig erkannt und zum schweren Kerker von 18 Monaten verurtheilt. Don zwei Anklagepunkteu erfolgte Freispruch. Gesetzliche Folge der Verurtheilung ist der Verlust des akademischen Doktorgrades und der 'Ausübung der ärztlichen Praxis. Als Verteidiger des Angeklagten hat Di*. Margreiter von Innsbruck fungiert." — Als „Deutscher" und Säule der Partei Luegers bewies

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