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Im deutschen Reich · 1901-09-01 · Heft 9 (September 1901) · p. 503

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 9 (September 1901)
Article
[Ohne Titel] / Mayer, J.
Date
1901-09-01
Page
503 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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KMMftmdL. Die Nedarcion dieser Zeitschrift hat Ln der Sache des Deutschnationalen Handlnngsgehilfen-Derbandes bereits Herrn Felix Fränkel die Unzulänglichkeit seiner Entgegnung auf meinen Vorschlag im Heft 6/7 vorgchaltcn. Ich möchte dazu noch Folgendes bemerken: Daß der Gegner so übermüthig werden konnte, daran trägt allerdings nur unser träges Dulden, unsere Indolenz die Schuld. Wie oft hörte ich sagen: „Was kümmert's mich, wenn ein heruntergekommener Antisemit mich oder das Judcnthum beschimpft. Solche Leute können uns nicht beleidigen!" Diese Vornehmthuerei ist jetzt nicht mehr angebracht; der Kampf muß durchgefochten werden. Wenn diese Sorte fühlt, daß ihr Magen darunter leidet, wird sie bald zahm; denn bei den Antisemiten ist das Jchthum vorzugsweise entwickelt. Zweckmäßigkeit, Gerechtigkeit und Klugheit sind Dinge, die bei unseren Gegnern nicht mitspielen, welche sie auch bei uns nicht zu suchen scheinen, wenn sie beständig unsere Gutmüthigkeit mißbrauchen. Heute heißt es, männlich handeln, fest zugrechen, damit die Gegner erfahren, daß wsr nicht immer Amboß, sondern, wenn die Dinge zu arg werden, auch einmal Hammer sein wollen. Das wäre nicht mehr Humanität, sondern Selbstaufopferung, wenn wir Mitglieder einer entschieden judenfcindlichen Vereinigung Zu unseren HanLelsbevollmächtigten, zu Vertrauten wichtiger Geschäftsgeheimnisse machen würden! München. Subdirektor I. Mayer. Die jüdische Aröeiter?s!§me in Weißensee. Zu den unharmonisch klingenden Vokabeln, mit denen der Jargon die deutsche Sprache „bereichert" hat, gehört das Wort „Schnorrer". Es dient, wie männiglich bekannt, zur Bezeichnung einer Spielart des Ge- Lohuheitöbettlerthums, zu dessen Merkmalen eine in unserem Lande ungewohnte Tracht, ein Zwischen Unterwürfigkeit und Arroganz schwankendes, nur in der Aufdringlichkeit konstantes Auftreten und ein sarkastischer stets bereiter Witz gezählt werden. Um seines, wenu auch oft frivolen Bettlerhumors willen, wird dem Bittsteller manches verziehen und von den vielen, die sich durch Las Weitererzählen von Schnorrerwitzen für die schlechten Erfahrungen ihrer prüfungsloseN.

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