Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- L. S., Berlin
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 499 (sequence 1)
- Language
- German
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Verteilen der $i&cu±ion. '2. S., Berlin. Unter der UeLerschrift „Judengeschrei aus Tirrst. schreiöt die Wiener „Ostdeutsche Rundschau": „Die Reichsdeusscher, Katholiken wie Protestanten, dürfen im Volderbad, wie im Tirol als Deutsche immer auf gastfreundliche Aufnahme rechnen. Gegen klerikale Fremdenhetze. werden die nationalgesinnten. Tiroler schon selbst Mittel wissen; die Juden aber, auch die „getan str-uch mögen mit ihrer sonderbaren „Konfession" und ihrer „freisinnig:: Uebcrzeugung", die sie auf ihren Nasen und Beinen öffentlichspazier::? tragen, nur hübsch von Tiro! fem bleiben. In diesem Wunsche sinddie Deutschtiroler, ob Katholiken oder „Ketzer", ganz einig." — Das geprägt! (Dergl. S. 478.) O. Z., Werlirr. Die „Staatsbürger-Zeitung" schreibt: „Beider Reise des Handelsministers Möüer wird uns folgendes ergötzliche Geschichtchen rnitgetheilt, dessen Wahrheit unser Gewährsmann verbürgen will: „Der Minister Möller begiebt sich auf Reisen nach Königsberg L. Pr., um Land und Leute kennen zu lernen. Unterwegs um bessere Gelegenheit dazu finden Zu rönnen, Neigt er aus der eisten Klasse in einen Aötheil Zweiter Klasse und kommt alsbald in Unterhaltung mit seinem Mitreisenden. Nachdem er erfahren, daß er ein Geschäftsreisender ist, fragt er ihn: „Für welches Geschäft reisen Sie denn?" — „Für Cohn und Lewyl" — „Das ist wohl eine jüdische Firma?" — „Jawohl, aber höchst anständig! Darf ich mir die Frage erlauben, für wen reisen Sie denn?" — „Für Kaiser und Reich", antwortete der Minister. — „Das sind wohl auch Juden?"-, fragt harmlos der Geschäftsreisende. — Tableau!" — Für den Falst daß das Antisemitenblatt künftig um ähnlichen geistreichen Stoff verlegen sein dürste, soll ihm empfohlen worden sein, sich an Mikosch zu wenden. Q. M. Berlin. Einen unter der UeLerschrift „ChristenmädÄen im Judenhause" veröffentlichten Bericht über eine Serich's- Verhandlung gegen einen hiesigen 73 jährigen Kaufmann, dessen ge'/: seine Dienstmädchen gebrauchten unanständigen Redensartenunter D - rüafichtigung seines bereits „kindischen" Zustandes nur durch eine Ge.. - strafe gesühnt wurden, schließt das AntiseucitenLlatt mit 'den Worb:-:: „Herr G. ist sehr, sehr billig weg-gekommen, zumal es sich •/.* mehrere Fälle und um seiner Obhut anvertraute Mädchen hauest.. Wir fürchten, es werden bald mehr jüdische Dienstherr.' „kindisch" werden." — Welche mildernde Umstände s. Z. bei ähnss.ch Prozessen gegen die Antisemiten Dr. Löckcl,, Pastor KröseL und I.... Sigl u. a. m. berüüsichtigL wurden, scheint der im Olashause siher-::.'