Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- Liegnitz
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 483 (sequence 1)
- Language
- German
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■fr Lreguitz, 16. September. Irr der heutige» StadtverorL» ueten-Sitzung wurde der langjährige erste Vorsteher der hicsrgcu Synagogen-Gcmeinde, Herr Heinrich Cohn, der als Vertrauensmann des Centralvercins für diesen stets das regste Jntereffe bekundete, nach 27 jähriger Thäiigkcit als Stadtverordneter und nachdem er bereits seit 8 Monaten an Stelle des erkrankten und nunmehr verstorbenen 1. Vorsitzenden, des Kommerzienraths Rother, dessen Geschäfte geführt hatte, zum 1. Vorsitzenden der Stadtverordncten-Dersammlung gewählt. Die Wahl erfolgte mit 25 von 82 abgegebenen Stimmen, wovon 2 ungültig waren. Herr Cohn, der sich trotz seiner 73 Zahre noch größter körperlicher Frische und geistiger Regsamkeit erfreut, nahm die Wahl dankend an, obwohl bereits eine maunigsattige ehrenamtliche Thätigkeit seine Zeit in Anspruch nimmt. Syhernfurth, 2. September. Zm Februar d. Ist hat der 14jährige Arbeitsbmsche Fritz Hübner 'auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe von einzelnen Grabgittern die Thüren ausgehoben und die Leichensteine mit Stcinwürftn bombardiert. Swließlich riß ec auch aus Uebermuth noch im Dyhcrnfurther Parke aus einem Eiscugitter einen starken Pfahl heraus, nahm ihn mit sich und verkaufte ihn für 32 Pfennige in der Stadt bei einer Trödlerin» der er sagte, er habe ihn auf der Landstraße gesunden. Der Unfug kam zur Anzeige, und wahrend die Züchtigung verschiedener Gcnosscn Hübners, die an dem Unfug thcilgenommen hatten, aber noch nicht strafmündig waren, den Eltern überlassen blieb, wurde Hübner wegen Graber» schändung und Diebstahls unter Anklage gestellt und da er schon zweimal wegen Diebstahls Verweise erhalten hatte, zu einer GcsammLstrafe von fünf Monaten Gefängniß verurtheilt. Q BLtsv, 16. September. Der „Bütower Anzeiger* berichtete am 14. d. M.: „Ein Störenfried ist heute, Wie uns gemeldet wird, in die hiesige Synagoge eingedrungen, unter dem Borgcben, er Hab: an einen Herrn Rosenbaum aus Dirschau Grüße zu bestellen. Der unvernünftige Mensch mußte aus der Synagoge getragen werden. Hoffentlich trifft den Friedensstörer eine empfindliche Strafe. Q Könitz,' 3. September. In der Sitzung des westpreußischen Medizinalrollegiums zu Danzig, welche in Anwesenheit des Obrrpräsidcnte» von Goßler abgehalteu' wurde, ist kürzlich unter Vorlegung der Körper- und Klciderrest« Winters, sowie von Photographier» die Kouitzer Mordsache erörtert worden. Referenten waren die Herren Professor vr. Barth-Danzig, der Direktor des chirurgischen Stadt» lazarechs.und Regierungs- und Medizinalrath vr. BornLräger, DezeruenL