Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- Offener Brief an Herrn Pfarrer Wilhelm Krösell in Kloxin
- Date
- 1901-09-01
- Page
- 450 (sequence 1)
- Language
- German
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xim Leuischen -ö'alQ- HMer Mef m ZM Dfcrrer LMelm KrßftT iK MSÄA. Von Prediger Lion Wolff, Berlin. Sie schreiben in Ihrer Veröffentlichung von Ostern 190!, die ich in einer Wiedergabe durch eine jüdische Zeitung heule gelesen habe, Folgendes: „durch die überaus dreisten, wie leichtfertige»'Angriffe des verjndeten Freisinns u. s. w. aus meine Person fühle ich mich zur Veröffentlichung folgender Thesen heraus» gefordert". Als Jude und Theologe fühle auch ich mich herauLgefordert, herausgefordert durch Sie, Ihnen die gebührende Antwort zu geben, die ich außerdem öffentlich verbreiten werde. ES ist ein großer Unterschied, von welcher Seite und aus welchen Motiven die 'Angriffe auf Juden und Zudenthum erfolgen. Die Männer der antisemitischen Presse sind durch ihren Beruf gezwungen, die Spalten mit Angriffen und Beschuldigungen auf uns zu füllen; mögen sie selbst von der Unwahrheit ihrer Behauptungen überzeugt fein oder nicht, sie fristen jedenfalls ihr Dasein durch ihr Handwerk. Wenn die antisemitische Partei und ihre Organe nicht gelegentlich einen Ritualmord konstruieren können, so haben sie ihren Berus verfehlt, und wenn der „Mörder von Könitz", was wir immer noch hoffen und von dem Allmächtigen erbitten, eutdeLt wird, so hat diese Partei den letzten Rest von Credit verloren und höchstens die Befriedigung dafür eingestrichen, einige Dutzend jüdischer Existenzen vernichtet und einige christliche und jüdische Meineidige dem Zuchthaus überliefert zu haben. Ei» anderer Typus, Ihrer Gesinnungsgenossen, der sogenannte „Dreschstegelgraf", dem eS versagt ist, im öffentlichen. Leben irgend eine Rolle zu spielen, der aber trotzdem die Sucht hat, von sich reden zu machen, wird von feinen Richtern nicht ernst genommen, da man seinen Zustand für pathologisch hält. Anders liegt die Sache bei Ihnen. — Gott und der Staat habeu Ihnen ein heiliges Amt anvertraut, bas Sie noch verwalte», ÄiS'ssLe» wirken im Sinne der heilige» Schrift, die uns Liebe,