Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- Die Juden als Freimaurer [Rezension]
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 436 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Juden als Freimaurer.. Zur Belehrung über die gegenwärtige Krisis des deutschen Maurerthunrs von I. G. Findel. Dritte verbesserte Auflage. Druck und Verlag von I. G. Findel, Leipzig 1901. Der Verfasser verwahrt.sich nicht nur gegen die Versuche, Erörterungen über die Judenfrage innerhalb des Maurerthums zu unterdrücken, sondern auch dagegen, das; es Brüdern versagt sein soll, in der Loge das Christenthum als den alleinigen Träger der Humanität hinzustellen. Findel ist aber auch nicht mit den allpreußischen Großlogen einverstanden, welche den Juden zwar die Ausnahme versagen, dieselben aber willig ausnehmen und sogar zu Stuhlnreistern machen, wenn sie zum Christenthum übertreten. Dies bezeichnet er als widersinnig, weil die Taufe weder das Blut entmische, noch tausendjährige Vererbung ungeschehen mache. I. G. Findel steht offenbar vollständig auf dem Boden des Rassen-Antisemitismus, gehört also einer Richtung an, welche mit allen bisher bekannt gewordenen Grundsätzen der Freimaurerei im schroffsten Widerspruch steht. Er selbst sagt in seiner Schrift: „Die Freimaurerei ist duldsam, beruht auf Brüderlichkeit, und ihr oberster Grundsatz ist die. Liebe zum Menschen." — Wie sich damit Rassenhaß und Porurtheil gegen Nebeumenscherr vereinbaren lassen, ist schwer verständlich; es läßt'sich daraus, auch kaum erkläre^ daß Findel den Inden Eigenschaften nachsagt, die in dieser Allgemeinheit ihnen * nur ein völlig in Vorurteilen befangener, eingefleischter Antisemit andichten kann. Sollten solche Gesinnungen in den Logen weitere' Verbreitung finden, so wäre dies, im Interesse,der -Freimauerei bedauerlicher als in dem des Judenthmuö; 'beim derjenige jüdische Mann von gutem Ruf, der dem Vorbilds- „Nathan. des Westen" nachlebt, ist ein echter Maurer, gleichviel ob er Len Schurz wägt, oder nicht. Für die Logen aber dürste das Raffen-Vorurtheil sehr verhäng'nßvsll werden, und die Streitigkeiten, welche leider in der i wnrerei zwischen den Trägern der weltbürgerlichcn und der nationalen, der confessionLllen. und der interconftssiouelleu Anschauungen bereits vorhanden sind, noch wesentlich vertiefen und verschärfen. W.r dazu beiträgt,, unterwühlt dm Lau, Lessen Eckstein die fassende Menschenliebe sein sollte. A. L.