Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- A. H. Kiel
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 435 (sequence 1)
- Language
- German
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-._3.4l,.4.uaon. 43 3, 0- ‘-M. Die ausländischer: Mädchenhändler, welche seit Jahren den jüdischen Namen entehren,- werden in Folge der fortgesetzten strengen Lerur-Heilungen Deutschland demnächst wob! meiden. Seit Jahren sind die Behörden, insbesondere auch in Folge einstimmiger ReichsLagsbeschlüsse Zum Auswanderergesetz, sowie in Folge der Erlasse des preußischen Ministers des Innern, diesem scheußlichen Gewerbe auf den Fersen. Von jüdischer Seite ist bisher insofern eingegriffc? worden, als deutsche Rabbiner ihre AmtZbrüder in Rußland, NumänKu und Galizien'auf dieses verbrecherische Treiben hingewiesen und um Warnung der dortigen Juden vor diesem Treiben ersucht haben. Verschiedene Vereine in den Hafenstädten machen es sich Zur Aufgabe, diesen Zweig der Auswanderung durch Warnung, Befreiung und Uebergabe der Mädchen an die PoliZch unmöglich zu machen. Wenn trotz alledem die Quelle in Rußland nicht versiegen will, and der Liese Kanäle ^KpKst werden, so ist die Ursache nur jene traurige Gesetzgebung-in Raßlaud und Rumänien, durch welche die kulturelle Hebung und wirthschaftliche Förderung der dortiger: Juden systematisch hinrertrieben wird. Unsere Antisemiten werden freilich nicht müde, solche Gesetze als das Muster aller Weisheit Zu preisen. V. K., Leipzig. -Daß auch dort von christlichen Geistlichen das wüste Treiben der Antisemiten öffentlich mißbilligt wird, ist sehr erfreulich. Im Bericht eines Antifenntenblattes über eine Zusammenkunft des'dortigen „deutsch-socialen Roformvereins" lesen wir: „Entrüstung erregte ein Artikel im „Hausvater", einem vom Pastor Ebeliug herausgegebeuen Glätte, worin dem Paneiantisemitisurus wüstes und ««christliches Auftreten vorgeworfen wird. Mau beschloß, den Herrn Pastor in einem Schreiben über das Wesen des Antisemitismus aufzuklären und auf das Unpaffende hrnZuweiseu, welches darin ll.gtz wenn christliche Geistliche sich zu Anwälten des JudenthnmS aufwerfeu." L. St. Mainz. Für die gefällige Mitteilung über die Einnchtung im Hotel ,,äe UnssmMin Wildbad-Schwarzwals drücken wir Ihnen inrfereu Dank aus. Danach werben dort die Besucher jüdischen Glaubens zwar beherbergt und verpflegt, jedoch sitzen solche bei der Table d’höte an einem besonderen Tisch, also getrennt von den christlichen Gästen. Der Besitzer genannten Hotels, dem man keinen Antisemitismus vorwerfcu kann, sagte.auf eine diesbezügliche Anfrage, daß verschiedene Gäste unter den Christen nicht neben Inden sitzen wollten. Darauf ging er ein (es war dieses vor 2 Jahren), und diese Einrichtung ist noch unverändert.