Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 8 (August 1901)
- Article
- Gleiwitz
- Date
- 1901-08-01
- Page
- 422 (sequence 2)
- Language
- German
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422 i)i,\ deutsche» Reich. sich und die Seinen zu ernähren, und seine Pflichten de:U Staate und der Stadt gegenüber zu erfüllen, mit dem „Kravattenmacher, dem Teldnnd Sachwucherer", in eine Reihe zu stellen. Mit Recht äußerte sich darüber die „Bossische Zeitung" entrüstet: „Das ist also die Wirkung des Appells, den vr. Münz au den agrarischen Gerechtigkeitssinn richtete!" **} Bromberg. 1. August. Der älteste Bürger unserer Stadt,. Herr Moritz Saloschin, - der am 8. v. Mts. sein 88. Lebensjahr vollendete, hat am l. Juli d. Js. mit seiner Frau hier das seltene Fest der Diamant-Hochzeit begangen. In früher Morgenstunde fand sich eine Abordnung des Vereins ehemaliger Artilleristen in Bromberg ein, dem Herr S. als Ehrenmitglied angehört. Im Laufe des Bormittags' erschien eine Deputation ücS Vorstands dxr Synagogen-Gemeinde, bestehend aus den Herren Siadtrath und Kommcrzienrath Arousohn, Rabb. vr. Walter, Fabrikbesitzer^ Aron, Banrd-rertor Friedländer, Rentier Cvhnfeld und Justizrath Wollen. Herr vr. Walter hielt eine sehr, herzliche Ansprache, welche mit einem Segensspruch endete. Noch während der Anwesenheit dieser Herren erschien der Erste Bürgermeister der Stadt Bromberg, Herr Knobloch, und überreichte unter höchst liebenswürdigen Worten dem Jubelpaare, das vor 10 Jahren bereits aus Anlaß der goldenen Hochzeit die Ehejubiläumö-Medaille erhalten hatte, nun eine weitere von Sr. Majestät dem Kaiser verliehene Ehejubiläums- Medaille mit der Zahl SO sowie ein huldvolles KabinetSschreiben. — Mögen dem ehrwürdigen Paare noch recht frohe, glLLliche Jahre beschieden sein! O Nenftettin. 2. August. Der kürzlich im 76. Lebensjahre hier verstorbene erste Vorsteher der hiesigen Synagogen-Eemeinde, Raphael Freundlich, hat drei Jahrzehnte hindurch in seinem Ehrenamts fo segensreich gewirkt, daß sein Hmscheide».von allen hiesigen Genreindenritglieder» betrauert wird. S Rouitz, 1. August. Der Barbierlehrling Sied: ist unter dem Verdacht, sich am 13. Juni 1800 an der JnbranLsehung der Konitzer Synagoge betheilrgt zu haben, in Hast genommc» worden. — Vor dem hiesigen Amtsgericht fanden im Monat Juli wiederholt Vernehmungen von Eltern statt, drrs» Kinder auf die hiesig: Synagoge Steine geworfen und dadurch zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert hatten. Die Keine» Uebelthater — meistens Knaben unter 10 Jahren — waren zum Termin Mitznbnugerr. Dabei wurde die Frage behandelt, ob es geboten erscheint, diese Kinder der unzureichenden