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Im deutschen Reich · 1901-05-01 · Heft 5 (Mai 1901) · p. 303

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 5 (Mai 1901)
Article
C. W. Posen
Date
1901-05-01
Page
303 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 303 theuer ist, wenn man den dafür gebotenen Comfort in Anschlag bringt. Die angeblich billigeren „judenreinen" Nordseebäder können den Vergleich damit nicht aushalten. Das „BorkurmLied" wird übrigensbal'o ausgesungen sein; die biedern Insulaner haben offenbar bereits ein Haar in der antisemitischen Kundschaft gefunden, welche nicht nur die Juden, sondern auch viele gebildete Christen fortgrault. Die antisemitische „Deutsche Wacht" wittert bereits den Stimmungswechsel der Bewohner von Borkum und läßt ihren Groll in folgenden Worten ,ms: „Die Bade-Commission (Vors. Apotheker Bakker) soll den Vertrieb der Annoncen der Firma Rudolf Messe übergeben. Dann brauchten wir uns freilich nicht zu wundern, wenn im antisemitischen Sachsen von Borkum nichts zu hören ist. Leider sind die Gäste auch in die Lage versetzt, das'Fleisch von jüdischen Schlächtern Zu essen. Rein antisemitische Zeitungen findet man herzlich wenig in Borkum. In einer uns übermittelten Ankündigung von W. Haynel's Buchhandlung über den Verkauf von Zeitungen an der Bahn und am Strande finden wir zwar das „Berl. Tageblatt" (!), aber keine antisemitische Tageszeitung. ES wäre an der Zeit, daß die Badegäste, namentlich die zahlreichen aus Sachsen, die Insulaner etwas aufrütteln und ihnen begreiflich machen, wer das Geld nach Borkum bringt." — Den Insulanern ist es schon begreiflich, wer feit der antisemitischen Invasion das Geld nicht nach Borkum bringt! H. 23., Schueidemühl. Da sich nicht festftellen ließ, wer Urheber des Unfugs war, mußte von einer Beschwerde abgesehen werden. Wenn der Antisemitismus auf den Hund kommt, haben wir keinen Grund, uns darüber zu grämen! M. S., Krefeld. Nichts kennzeichnet den Charakter des dortigen Antisemitenblattes besser als der Leitartikel der Jöken'schen „Deutschen Zeitung" vom 15. Februar ds. Js. Dort.heißt es wörtlich: „Die Juden sind, niemals wegen ihrer Religion verfolgt worden! Der Grund, warum sie überall den Anfeindungen der Völker ausgesetzt waren, sind ihre betrügerischen Ränke und Praktiken." — Das schreibt ein Redakteur, der zwei Mal auf Grund §166 R.- St.-G.-B. wegen Beschimpfung der jüdischen Religion bestraft worden ist! —- Wer betrügt da? S. N. Nürnberg. Daß einzelne Notizen unserer Zeitschrift ohne Quellenangabe von anderen Blättern abgedruckt werden, ist etwas, was sich auch andere Redaktionen ruhig gefallen laffen. Wenn ein Blatt aber ganze Artikel ohne Quellenangabe abdruckt, ist dies

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