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Im deutschen Reich · 1901-05-01 · Heft 5 (Mai 1901) · p. 302

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 5 (Mai 1901)
Article
D. L. Berlin
Date
1901-05-01
Page
302 (sequence 2)
Language
German
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302 Im deutschen Reich. Bericht ist wohl nur darauf zurückzuführen, daß sich damals in jenem Hotel mehrere jüdische Bürger, unter welchen sich kein Arzt befand, sich in Gegenwart eines zufällig anwesenden Antisemiten laut aber harmlos über die antisemitischen Umtriebe unterhielten. R. S., Magdeburg. Ob Sie nach Neuenahr oder Karlsbad gehen sollen, darüber befragen Sie lediglich Ihren Arzt. Antisemitische Anrempelungen haben Sie in dem altberühmten böhmischen Badeort keineswegs zu befürchten. Dort giebt es nur „Winter-Antisemiten"; im Sommer hat man kein Vorurtheil gegen gut zahlende jüdische Gäste. Die „Kreuz-Ztg." schreibt: „Man möge in Karlsbad ruhig fortfahren, antisemitisch zu wählen, und es wird dem Badeort und seinem Ansehen ganz un) gar nicht zum Schaden gereichen, wenn infolge der antisemitischen Wahlen einige Dutzend jüdischer Badegäste ausbleiben". — Wir haben schriftliche Beweise dafür, daß die maßgebenden Persönlichkeiten in Karlsbad darüber ganz anders denken. Daß manche Karlsbader den Antisemiten sich verpflichtet fühlen, ist übrigens begreiflich, denn die Lektüre der „Kreuz-Ztg." und anderer Antisemitenblätter dürfte schon Viele, und nicht nur Juden, gelbsüchtig gemacht haben. M. (5., Rathenow. Die Karte, für deren Einsendung wir danken, ist nicht strafbar. Wohl aber werden wir sie der Ober- Postdirektion Danzig einsenden, da derartige Machwerke von der Beförderung durch die Post ausgeschlossen sind. M. P., Breslau. Das „Berliner Tageblatt" theilte bereits am d. M. mit, daß nach der Verfügung des Warschauer General- Gouverneurs „der Eintritt nach Rußland deutschen Juden, die mit Grenz-Legitimationen (sogenannten Halbpässcn) versehen sind,' zu verwehren ist und russische Juden nur mit Grenzpässen, die vom General- Gouverneur ausgestellt sind, die deutschen Grenzen überschreiten dürfen." Das „Berliner Tageblatt" bemerkt dazu: „Was diese Maßregel nach sich zieht, weiß nur der, welcher in der Lage war, sich in Rußland einen Paß beschaffen zu müssen. Es bedeutet diese Maßnahme eine schwere Schädigung für Oberschlesien, da dadurch das Grenzgeschäst lahmgelegt wird." Bei den Handelovertragsverhandlungen wird hoffentlich von deutscher Seite nicht nur gegen-diese Schädigungen Front gemacht, sondern auch darauf gedrungen werden, daß die russischen Behörden sich überhaupt nicht mehr darum kümmern, welchen Glaubens die deutschen Staatsbürger sind, die sich aus irgendwelchen Gründen zeitweise in Rußland aufhalten müssen. C. W. Posen. Gehen Sie ruhig wieder nach Norderney, welches im Verhältniß zu anderen Nordseebädern durchaus nicht

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