Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 4 (April 1901)
- Article
- L. K. Hamburg
- Date
- 1901-04-01
- Page
- 246 (sequence 2)
- Language
- German
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246 Im deutschen Reich. begann der Vorbereitungsunterricht, der jeden Tag ftattfanb, weil Bermann noch vor der Abreise hier getauft zu werden wünschte. Daraus wurde nun aber nichts, und das kam so: Die russischen Pläne scheiterten und Bennann blieb dem Unterricht fern. Er bedurfte ja nun den Einlaßpaß in Gestalt eines Taufscheines nicht mehr und hat es vorläufig aufgegeben, sich „schmadden" zu lassen. Sollte einmal wieder ein Engagement in Rußland in Aussicht stehen, so wird er wohl wieder einen Geistlichen finden, der den gewandten Judenjüngling in die christliche Gemeinschaft aufzunehmen bereit ist." — Das Judenthum wird den Verlust dann wohl verschmerzen und durch denselben wahrscheinlich bei weitem nicht so sehr geschädigt werden, als wenn sich ein Rabbiner fände, der einen Mitarbeiter der „Staatsbürger Ztg." in die jüdische Glaubensgemeinschaft aufnehmen würde! S. W. & Cr. Frankfurt a. M. Da die „Mainzer Käsefabrik" Christian Jacobi, Trebur bei Mainz, ihre Abneigung gegen den Geschäftsverkehr mit Juden sogar in offenen Postkarten kundgiebt, kann es derselben gewiß nur angenehm sein, wenn diese Abneigung der breitesten Oeffentlichkeit übergeben und dadurch verhütet wird, daß jüdische Lieferanten oder Abnehmer fernerhin dieser antisemitischen Firma irgendwie lästig werden. X. (gez. Ein wahrhafter Jude.) München. Selbstverständlich ist das Gebühren mancher jüdischen Firmen, keine Juden anstellen zu wollen, zu verurtheilen. Nicht minder zu verurtheilen ist aber wahrlich auch derjenige Jude, der sich, um angebliche oder wirkliche Schlechtigkeiten einzelner Glaubensgenossen aufzudecken, an antisemitische Zeitungen wendet und damit dem gemeinsamen Feinde neuen Stoff zu Angriffen liefert. Bezüglich der einen hiesigen Finna B. & S. sind Sic außerdem im Jrrthum. Von zuverlässiger Seite wird uns geschrieben: „Auf ihre Anfrage vom 27. v. M., die Firma B. L S. betreffend, theile ich Ihnen ergebenst mit, daß mir der jetzige Inhaber,' Herr M. B., auf meine Erkundigung, ob er prinzipiell keine jüdischen jungen Leute engagiere, zur Antwort gab, daß zur Zeit ein jüdischer junger Mann bei ihm in Stellung sei, und jede Angabe, daß er jüdische junge Leute vom Engagement ausschließe, auf böswilliger Erfindung beruhe".