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Im deutschen Reich · 1901-04-01 · Heft 4 (April 1901) · p. 242

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 4 (April 1901)
Article
R. T., Berlin
Date
1901-04-01
Page
242 (sequence 2)
Language
German
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242 Im deutschen Reich. verkommt, Kleider und Geschenke für Konfirmanden vom — Juden kaufen. Es berührt schon ganz gewiß wie beißender Spott, wenn man in den Zeitungen die Annoncen jüdischer Firmen liest, über denen mit Riesenlettern das Wort prangt: „Zur bevorstehenden Einsegnung" oder Aehnliches. Eine solche Anzeige ist der christlichen Bevölkerung ein leider gerechter Vorwurf dafür, daß sie es überhaupt hat so weit kommen laffeu können, daß Juden es wagen dürfen, zu rein christlichen Festlichkeiten ihre Waaren anzubieten." — (Drei Tage vorher stand in demselben AntisemiLenblatt eine seitenlange Annonce von Baer Sohn, in welcher diese jüdische Firma den antisemitischen Lesern der „Staatsbürger Zeitung", die sie offenbar zu ihren treuesten Kunden zählt, ihre Konfirmanden-Anzüge anbot. Die inserierende jüdische Firma und der Herausgeber des Antisemitenblattes huldigen zweifellos demselben Grundsatz, daß Geld nicht stinkt!) Der Sedlatzek'sche „General-Anzeiger", der anscheinend nur noch unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erscheint, jüdische Inserate grundsätzlich nicht auszunehmen vorgiebt, begnügt sich nicht nur mit dem täglichen Inserat der Gebrüder Herrenfeld, sondern nimmt ebenso gern wie die „Staatsbürger Zeitung" die durch findige „Annoncen-Acquisiteure" eingcbrachten Inserate derselben Banken, deren jüdische Direktoren und Verwaltungsräthe er beschimpft oder in ihren religiösen Gefühlen kränkt. Eine feine Gesellschaft! D. (5., Berlin. Der von Ludwig Klausner-Davoc verfaßte Artikel: „Abendmahl und Ritualmord", welcher in Nr. 12 der „Mittheitungen zur Abwehr des Antisemitismus" veröffentlicht worden ist, weist darauf hin, das es einst Anti-Ehristen gegeben hat, welche gegen die damals noch junge christliche Gemeinde ähnliche kaum faßbare Beschuldigungen erlwben haben, wie jetzt die Antisemiten gegen die Juden. Vergebens wiesen damals die Kirchenväter auf die Widersinnigkeit solcher Beschuldigungen hin; die Christen wurden in jener Zeit weiter verleumdet, verfolgt, gemartert und getödtet. Klausner-Davoc sagt sehr richtig: „Was Heiden in den damaligen Zeiten und bei den damaligen Sitten oder Unsitten einerganz neuen, eigenartigen Sekte allenfalls verwerfen konnten, das dürfen heute selbst -nur wenig gebildete Leute nicht von der ältesten monotheistischen Religion glauben, nicht Leuten zutraucn, die sie seit sehr vielen Jahrhunderten tagtäglich* um sich sehen, dürfen Christen nicht der jüdischen Mutterreligion vorwerfen. Der Verdacht,

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