Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 4 (April 1901)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1901-04-01
- Page
- 241 (sequence 1)
- Language
- German
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241 Briefkasten der Redaktion. Unsere Vertrauensmänner in Ostpreußen ersuchen wir um gefällige MiLLHeilung darüber, ob Lhatsächlich in der ganzen Provinz seit Jahren kein einziger Jude als Schöffe fungiert hat, und ob nur Ln einzelnen Fällen Juden als Geschworene zugelassen worden sind. Die jüngsten Juden-Debatten im preußischen Abgeordnetenhause machen es wünschenswerth, darüber und zwar insbesondere über die Schöffenwahl Genaueres festzustelleu. R. T., Berlin. Zur Charakteristik des Stils derAntisemiteu- Blätter und der Logik und Moral derselben mögen Ihnen folgende „Blüthen" derselben dienen: Die Magdeburger „Sachsenschau" schreibt: „Hin und wieder wird einem Antisemiten der Vorwurf gemacht, daß er etwas an Juden verkauft, für Juden gegen Baarzahlung gearbeitet und an Juden verdient hat. Soll denn die alte Dummheit nie aufhören? Geniert sich ein Jude, an Antisemiten zu verdienen? Unser Grundsatz kann doch nur sein, vom Juden verdienen, ihn aber möglichst gar nicht wirthschaftlich zu unterstützen." Das Hamburger „Deutsche Blatt": „Wie man uns mittheilt, hat die unter der Firma Ludwig u. Co. in Zeitz betriebene Zwergniederlassung der hebräischen Waarenhäusler Messow u. Waldschmidt in ihrem Schaufenster einen evan« gelischen Geistlichen im Talar ausgestellt, vor welchem ein Knabe und ein Mädchen als Konfirmanden stehen, über die der Pfarrer segnend die Hände ausbreitet. „Ja, es ist herrlich in unserem deutschen Daterlande", schreibt der Einsender hierzu, „ich möchte blos das Geschrei hören, wenn ein deutscher Konkurrent die jüdische Beschneidung so darstelleu wollte! Michel, wach auf!" — Der orientalische Redaktionsstift des Blattes der Fremdlinge hat bei Knoblauch und Mazzes einen schweren Gedanken zur Welt gebracht. Er kleidete denselben, wie bei ihm üblich, in die Form einer Stimme aus dem Publikum, so daß er folgende Gestalt erhielt: Ein Ausländer über die Waarenhaussteuer u.s.w. Die „Staatsbürger Ztg.": „Es ist aber auch allem christ. lichen Wesen ein bitterer Aohn, ein empfindlicher Schlag ins Angesicht, wenn Christen, wie es leider, leider nicht selten