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Im deutschen Reich · 1901-04-01 · Heft 4 (April 1901) · p. 235

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 4 (April 1901)
Article
Würzburg
Date
1901-04-01
Page
235 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen- 235 sprechen bleiben, da der zum mündlichen Gutachter durch Gerichtsbeschluß bestellte Rabbiner vr. Steiu-SchweinfurL durch einen erneuten Gerichtsbeschluß aus Antrag des Vertheidigers abgelehnt wurde. * Vad Kiffingen, 4. April. In der „Pharmazeutischen Ztg." veröffentlichte der Besitzer der hiesigen Ludwigsapotheke, daß er zuin 1. Mai „zwei jüngere, im Verkehr mit ausländischem Publikum gewandte, uneraminierte Herren (christlicher Konfess.) mit etwas Sprachkenntniß" suche. Dieses antisemitische Inserat des Herrn Zhl ist um so bemerkenswerther, als die Ludwigsapotheke eine zahlreiche jüdische Kundschaft hat. Die Rücksicht auf diese hat einst schon den verstorbenen Vater des Herrn Zhl veranlaßt, eine ihm nachgesagte judenfeindliche Aeußerung entschieden in Abrede zu stellen. X Mannheim, 2. Aprjl. Der antisemitische deutsch-nationale Handlungsgehilsen-Verband in Hamburg, hat die Versammlung, die er Ostern hier abhielt, als 6. deutschen Handlungsgehilfentag angekundigt, trotzdem die Versammlung lediglich eine Veranstaltung jenes Verbands dar stellte. Von welchem Geist die Leitung dieses Verbandes getragen ist, ergab sich aus den „Verhandlungen" dieses Verbandstages, denn zunächst wurde seitens einiger Mitglieder Klage über den unanständigen. Ton des Verbandsorganes, der „Deutschen Handelswacht" geführt. — Gegen den Professor Schumacher in Lörrach ist wegen Unterzeichnung des Ausrufes von Theod. Fritsch über den Äouitzer Mord ein Diociplinar-Verfahren eingeleitet worden. □ Wien, 2. April. Das in Olmütz erscheinende ezechische Blatt „Pozor" hat: am 22. v. M. in einem von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Extrablatt ein Blutmärchen zu verbreiten gesucht. Das bei dem Kaufmann Isidor David dienende Mädchen Amalie K. sellte eines Morgens mit zwei Stichwunden erwacht sein und ein Dt. Melhuba sollte erklärt haben, es fei den Verletzungen Blut entnommen worden. Die Verbreitung dieser neuesten Auflage des Blutmärchen-Aberglaubens wurde daraus zurückgeführt, daß eine Anzahl czechischer Dienstmädchen in Olmütz von ihren Dienstgebern in die Velkszählungslisten als der deutschen Umgangssprache sich bedienend eingetragen worden sei, ein crimen laesae nalionaUtatis, welches die czechischen Radikalen nicht bester strafen zu können glaubten, als durch jene Extraausgabe des „Pozor". + Karlsbad, 1. April. Es dürfte von Jntereste sein, darauf hinzuweisen, daß derselbe vr. Nagl, welcher bei dem am 9. Februar d. Zs. in Berlin abgehaltenen Maskenball des „Deutschen Antisemite nb und es" den Berliner Antisemiten einen Gruß von den österreichischen Antisemiten überbrachte, ein Karlsbader Badearzt

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