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Im deutschen Reich · 1901-03-01 · Heft 3 (März 1901) · p. 182

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 3 (März 1901)
Article
P. L., Berlin
Date
1901-03-01
Page
182 (sequence 2)
Language
German
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182 Im deutschen Reich. einem Minimalzoll von mindestens 7 Mark auf 100 Kilogramm chvier Getreidearten zuzustimmen." Dieser Antrag sieht ganz danach aus. als ob er von einem Vm treter einer „Volkspartei", wie sich die hessischen Antisemiten ja titulieren belieben, ausgegangen ist. C. V., Berlin. Die antisemitischen Insinuationen haben fi? als vollständig grundlos erwiesen, da die Erben Wilhelm ve< Rothschilds den verschiedenen wohlthätigen Anstalten Franksuw? Zuwendungen im Gesammtbetrage von einer Million Mark gl-- macht haben. B. D., Berlin. Der Inhaber des „Fertigen Schuhwaaren? Geschäfts", F. W. Giesecke in Peine, ist Borstand des dortig antisemitischen Vereins. E. K., Magdeburg. Ein Häuser- und Hypothekenmakleri der sich bei verschiedenen Gelegenheiten als Antisemit hervorgethch hat, wurde als Sachverständiger vereidigt, reichte aber seine Bestallm? sofort selbst wieder mit der Begründung „Nervosität" zurück, nachdem er dazu von einem Herrn aufgefordert worden, der seine Verhältnis, genau kennt. Ein jüdischer Kreis-Auktions-Commissar, der seit Jahren: gerichtliche Vereidigung nachsuchte, konnte dieselbe bisher nicht erreiche-,. N. L., Breslau. Daß in der bei Wanzek veranstalteten sammlung der Breslauer Ortsgruppe des antisemitischen. Deutsche. Volksbundes an den Justizminifter Schönstedt ein Dank-Telegram für sein mannhaftes Auftreten in der Notariatsfrage abgesandt wurde, ist sehr erklärlich. Gedankt wird Se. Excellenz Ihren antisemitische:/? Mitbürgern kaum haben. M. V., Breslau. Der Raffen-Antisemitismus ist immerW geeignet, manchem Juden die Fahnenflucht zu verleiden. In deis Potsdamer Stadtverordneten-Versammlung fragte der Stadtverordnete Fröhlich dieser Tage bei der Berathung des Gemeindeschul-Etato ws aus welchen Gründen sich der jüdische Lehrer Silberstein haktaufen lasten. Nach der Taufe sei dem Lehrer von dem Rektor berj Schule die Ertheilung des christlichen Religionsunterrichts übertraget worden. Der Stadtrath Dr. Oder vertrat die Anschauung, daß di? ganze Angelegenheit Sache des Rektors sei, der mir der Zulassung Silberstem's zum Religio ns- und deutschen Geschichtsunterricht erkennen laste, daß er mit dessen Leistungen zufrieden sei. .Mehrer? Stadtverordneten konnten sich dieser Ansicht nicht anschließen, und e* erschallten Protestrufe. . Auf Veranlassung des Oberbürgermeistern wurde darauf die Sache in geheimer Sitzung weiter berathen.

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