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Im deutschen Reich · 1901-03-01 · Heft 3 (März 1901) · p. 176

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 3 (März 1901)
Article
Prag
Date
1901-03-01
Page
176 (sequence 2)
Language
German
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176 Im deutschen Reich. in der auch nur die geringste Andeutung für das Vorhandensein eines' solchen barbarischen Gebrauches gefunden werden könnte". Die Klage fuhrt dann weiter aus, daß die Beleidigung, die in der Insinuation liegt, ein katholischer Bischof könne eine derartige Aeußerung gethan haben, eine schwere ist, da er damit die ihm anvertrauten Gläubigen in bewußter Weise täuschen und Bürger gegen Bürger aufreizen würde, was eine abscheuliche Handlung wäre. Veremsnachrichten. Die int Saale des „Geselltgen Vereins der Gesellschaft der Freunde", Berlin^., Potsdamerstraße 9, am Donnerstag, den 28. Februar,, abgehaltene ordentliche Mitglieder-Versammlung, an welcher etwa 700 Mitglieder und Gäste theilnahmen, gestaltete sich durch'einen eindrucksvollen Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Engen Fuchs über „Die jüngsten Judendebatten im A b g e o rd n e t e n h a u s e" zu einer imposanten P r o t c st - V e r s a m m l u n g. Der Vortrages Herrn Dr. Fuchs, welcher wiederholt von Aeußerungeu lebhafter Zustimmung unterbrochen und am Schlüsse durch langanhaltenden Beifall belohnt wurde, ist am Eingänge dieses Blattes wörtlich wiedergeben. Der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz betonte sodann, daß der dem Redner gezollte Beifall bereits bewiesen habe, wie sehr der Vortragende allen Anwesenden aus der Seele gesprochen. Die schmerzliche Empfindung sei allen Juden gemeinsam, daß die Schmach des vorigen JahrhmkderLs sich auch auf dieses Jahrhunderts verpflanzt und der Umfang der antisemitischer Gesinnungen theilhaftigen Bevölkerungsklassen sich wesentlich vergrößert zu haben scheine. Besonders uiederdrückend sei es, daß das Parlament als oberster Hüter der Verfassung. Ln solcher Zeit versagt habe, Ln welcher es darauf ankam, die in s Wanken gerathene Verfassung zu schützen und^ zu stützen. Dadurch habe der Landtag den Ast abgesägt, auf dem er selbst sitze; insbesondere würden die Rationalliberalen, welche ihre große Vergangenheit bei dieser Gelegenheit verleugnet hätten, die Folgen davon bei der nächsten Wahl spüren. Der Vorsitzende ging hiernach zu den üblichen geschäftlichen Mittheilungen über, die wir in Form eines Geschäftsberichts ausführlich in diesem-Hefte veröffentlichen. Herr Dr. Horwitz schloß mit dem Versprechen des Vorstandes, daß derselbe allezeit bemüht sein werde, dem Vereine Ehre zu machen und seine Ideenauszuführen,

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