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Im deutschen Reich · 1901-03-01 · Heft 3 (März 1901) · p. 174

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 3 (März 1901)
Article
Frankfurt a. M.
Date
1901-03-01
Page
174 (sequence 2)
Language
German
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174 Im deutschen Reich. wieder Friede -im Lande zu schaffen, (!) kann nur erreicht werden, wenn dem alles verhetzenden Judenthum der Krieg auf der ganzen Linie erklärt wird. Lebhafter Beifall während und zum Schluß des Vortrags belohnte den Redner für derartige Ausführungen. Die Versammlung nahm dann mehrere judenfeiudliche Resolutionen an und sprach in einer derselben ihr Erstaunen darüber aus, daß man von einer gerichtlichen Verfolgung derjenigen Blätter, die anläßlich der Peltasohn'schen Anfrage dem Justizministerium und dem preußischen Staatsministerium überhaupt Verfassungsverletzung vorgeworfen haben, bis jetzt noch nichts gehört habe. Die Minister dürften einen so schweren Vorwurf nicht ungeahndet hinnehmen, weil das eine Erschütterung des Rechtsbewußtseins in der gesummten Bevölkerung zur Folge haben würde. Braunschweig, 2. März. Der hiesige Verwaltungsgerichtshof hatte sich mit dem jüdischen Hotelverhältnissen in Harzburg zu beschäftigen. Gegenüber dem Bewerber um die Konzession eines zweiten rituellen Hotels daselbst stellte der Verwaltungsgerichtshof dem dortigen Parkhotel das Zeugniß aus, daß es dem Bedürfnis; genüge. (Wie uns der abgewiesene Konzessionödewerber, Herr Tarlowski in Halberstadt mittheilt, sucht er für sein Projekt jetzt einen anderen Harzort und bittet um Vorschläge aus dem Leserkreise. Die Redaktion.) Dresden, 18. März. Am 22. Februar veröffentlichte die hiesige antisemitische „Deutsche Wacht" die in der Liebermann'schen Konitz-Broschüre angeregte schmähliche Warnung an „deutsche Eltern", ihre Kinder besonders in der Osterzeit zu hüten und vor jeglichem Verkehr mit erwachsenen Juden zn hüten. Die Mitglieder der hiesigen Israelitischen Religionsgemeinde waren über diese beschimpfende Verdächtigung selbstverständlich tief entrüstet; dasselbe ist aber auch von christlicher Seite ernst mißbilligt worden. Einer der verehrtesten protestantischen Geistlichen, Oberkonsiftorialrath Superintendent und Pastor xrim. I). Dibelius erklärte in seiner in der überfüllten Kreuzkirche gehaltenen Bußtagspredigt: „Eine der Hauptsünden ist der Haß, der sich auch als politischer Haß geltend macht. Ich denke auch besonders an den Haß, der noch viel schlimmer ist und in letzter Zeit immer stärker hcrvortritt. In diesen Tagen hat ein hiesiges Blatt einen Artikel gebracht, durch den sich die jüdische Gemeinde tief gekränkt fühlt, und der auch viele Christen verletzt hat. Ausgehend von Könitz und anderen bedauernswerthcn Verbrechen, werden die Christen vor Umgang mit Andersgläubigen gewarnt. Die jüdische Gemeinde fragt, ob dies christlich sei und sich mit der christlichen Liebe vertrage. Und sie fragt mit Rechts Ich aber antworte: Nein, das ist nicht christlich, sondern antichristlich. Heute am Bußtage sei es in

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