Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1901)
- Article
- Vogelfrei! [Rezension]
- Date
- 1901-02-01
- Page
- 111 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 111 Mg, die Behörden gegebenenfalls auch zur Durchsuchung einer Kirche Schreiten würden, scheint dem Verfasser sehrj zweifelhaft; er schließt Daraus, daß die Heiligthümer der Juden nicht den ihnen gebührenden (Schutz genießen. Durch die Diskussion über den Schächtschnitt aber zwerde das Judenthum offiziell als eine Schule des Verbrechens hin- ,gestellt. Den Einwand, daß alle diese Maßnahmen nur der Entkräftigung des gegen die Juden gerichteten Verdachtes dienen sollten, jläßt Dr. Ackermann nicht gelten, weil für die große Menge der Verdacht als solcher schon ausreichend sei, sobald er an Gerichrsstelle Berücksichtigung finde. Die Behörden hätten sich daher, ohne es zu wollen, einer Vertiefung des Verdachtes schuldig gemacht. Zudem mache das wenn auch nur scheinbare Eingehen aus lügenhafte Bezichtigungen die Hetzer selbst immer sicherer und kühner, wie die Revolten in den westpreußischen Orten bewiesen hätten. Der auf Lüge basierte antisemitische Terrorismus müsie in seiner ganzen Verderblichkeit erkannt und seine Helden sollten entsprechend behandelt, werden — sonst sei das Judenthum vogelfrei! Mit einer interessanten Parallele, - der er die Vorgänge in China zu Grunde legt, schließt der Verfafier seine Ausführungen, welche durch ihre rühinenswe^he Energie auf die Leser seiner Schrift gewiß denselben tiefen Eindruck machen werden, wie auf die zahlreiche Zuhörerschaft, welcher Dr. Ackermann dieselben in einer Versammlung unseres Vereins am 5. vor. Mts. in ergreifender Weise mündlich vorgetragen hat. Bei der Redaktion ist eingegangen: Dr. Adolph Kohut. „Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit". Heft 5. Vollständig in 18 Heften, pro Heft öO Pf. Druck und Verlag von A. H. Payne, Leipzig-Reudnitz. Dr. Oscar Vahr. Aus der älteren Geschichte der Juden in Prenzlau. (Dortrag, gehalten im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur"). Sonderabdruck aus der „Prenzlauer Zeitung und Kreisblatt". Prof. Dr. Zange: „Die Gleichberechtigung der Religionen auf dem Gebiete des höheren Schulwesens oder die Anstellung jüdischer Lehrer an den höheren Schulen". Daß der deutsche Beamtenstand judenreia werde, ist eine bekannte Forderung der Antisemiten, daß der Lehrerstand es sein müsse und ^war von Religions wegen, verlangt ein Vortrag, der von dem Kgl. Realgymnasialdirektor Prof. Dr. Zange auf dem XI. Deutschen Evangelischen Schulkongreß zu Barmen im Oktober 1899 gehalten und als Broschüre gedruckt worden ist. Dieses Verlangen ist von dem