Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1901)
- Article
- N. M. Stettin
- Date
- 1901-02-01
- Page
- 107 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 107 Zächs. Staatseisenbahn in Dresden zu bewerben, werden im Interesse des gesammten Aerztestandes wie in ihrem eigenen Interesse dringend ersucht, sich vor weiteren Schritten über die hiesigen Verhältnisse genau zu unterrichten. Die Schristleitung des Korrespondenzblattes der ärztl. Kreisu. Bezirks-Vereine im Königreich Sachsen. Med.- Rath vr. Chalybäus, Dresden. M. S. Breslau» Der jüdische Barbier David Blondes ist von dem Schwurgericht in Wilna am 3. Januar nach sechstägiger, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführten Verhandlung zu 1 Jahr und 4 Monaten Gesängniß verurtheilt worden; aber weder die auf Mordversuch lautende Anklage noch das den Vorfall weit milder auffassende Urtheil, nach welchem nur eine Ueberschreitung der Nothwehr vorlag, enthielt die leiseste Andeutung von einer Blutbeschuldigung oder Blutentziehung. G. (?., Wiesbaden. Die Kurhaus - Direktion in Kreuznach hat die Angelegenheit in taktvoller Weise erledigt; sie konnte die sträfliche Selbsthilfe des Herrn M. nicht ungerügt lassen, hat aber dem Umstand Rechnung getragen, daß der jüdische Besucher des Lesesaals über die in der „Staatsbürger-Zeitung" enthaltenen Beschimpfungen der Juden sich in sehr gereizter Stimmung befand, als er sich gegen das ausliegende Exemplar des edlen Blattes in der gedachten Weise verging. Unbegreiflich bleibt es uns, warum Juden, die sich nicht berufsmäßig mit der Abwehr zu beschäftigen haben, ein Blatt über- Haupt in die Hand nehmen, dessen Lektüre ihnen die Galle erregen muß. Das sollen sie doch denen überlassen, die als berufene Dertheidiger der jüdischen Sache den Widenvillen überwinden müssen. L. M., Frankfurt a. M. Die „Staatsbürger-Ztg." hatte sich von dort schreiben lassen, daß Baron William Rothschild seinem Personal keinen Pfennig hinterlassen hat, und daß seine Erben „sage und schreibe Eintausend Mark" hätten vertheilen lassen. — Beides ist unwahr. Am Beerdigungstage sind gegen 8000 Mk. an die Annen vertheilt worden, und das Personal wird jedenfalls in dem Testament anständig bedacht sein. Zunächst ist das Testament aber noch nicht publiziert und den Korrespondenten der „Staatsbürger Ztg." dürfte Baron Rothschild bei Abfassung desselben kaum ins Vertrauen gezogen haben. E. A. Hamburg. Der deutsch-nationale Handelsgehilfen- Verband wird durch seine antisemitischen Bestrebungen nicht nur den dortigen Juden, sondern auch andern friedliebenden Gewerbetreibenden noch viel zu schaffen machen. Im Brieflasten der „Deutschen Handelswacht" war am 3. Februar zu lesen: