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Im deutschen Reich · 1901-02-01 · Heft 2 (Februar 1901) · p. 97

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 2 (Februar 1901)
Article
Hamburg
Date
1901-02-01
Page
97 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 97 deutsch-sozialen Partei für die Hamburger Bürgerschafts- Wahlen" bekannt machte, wie es neuerdings im hiesigen Antisemiten- Organ vom 23. Januar 1901 veröffentlicht ist. Darin heißt es ausdrücklich: „Ausscheidung jüdischer Kinder aus den allgemeinen Schulen chnd Errichtung besonderer Schulen für Juden;" ferner: „Ver- Weigerung der Aufnahme ausländischer Juden in den Staatsverband, 'Ausweisung ausländischer Juden, Nichtanstellung von Juden als Besamte. Ausstellung und dauernde Führung einer Statistik über die in -Hamburg lebenden Personen jüdischer Abstammung, Schächtverbot, wissenschaftliche Prüfung der jüdischen Religionsvorschriften bezüglich ihres Inhaltes und ihrer Verbindlichkeit." Ich bemerke noch, daß .„Personen jüdischer Abstammung" im Laufe der Zeiten wiederholt zu den höchsten Ehrenstellen in Hamburg gelangt sind. Aber davon ganz abgesehen: Auch solche israelitische Mitbürger, die nicht zum Christenthum übertraten, haben sich allgemein anerkannte (Pardon: früher allgemein anerkannte) höchste Verdienste um Ham-; bürg erworben; genannt seien nur Gabriel Rießer, Salomon Heine, Dr. Anton Ree, Dr. Jsaac Wolffson. Wie gesagt, die „Herren halben Antisemiten" hatten sich das „denn doch nicht so gedacht", ebenso wie auch keiner von ihnen das Auftreten Raab's im Reichstage gegen die Hamburger Rheder und seine Verunglimpfung des verstorbenen C. Ferd. Laeisz zu vertheidigen wagte. Ich bemerke ausdrücklich, daß ich weder Israelit noch „jüdischer Abstammung" bin, und zeichne als ein anständiger Hamburger." — Die am 15. stattgefundenen Bürgerschaftswahlen haben die hochgeschraubten Erwartungen der Antisemiten nicht erfüllt. Die antisemitischen Kandidaten unterlagen sämmtlich; der einzige antisemitische Erfolg war die Wiederwahl Schacks, deffen Mandat abgelaufen war. Das „Deutsche Blatt" schreibt: „Wir wissen dies wiederholte Mißgeschick als Männer zu tragen. Mit einem Streiche fällt aber keine Eiche!" Hoffentlich überdauert die Eiche der vorurtheilsfreien Hamburger Bürgerschaft alle Politiker vom Schlage Raabs, Schacks und Jacobsens! ❖ Frankfurt a. M., 14. Febr. Die „Frankfurter Ztg." schreibt: „Der preußische Justizminister hat für seine Praxis bei der Anstellung von Notaren ein Vertrauensvotum des preußischen Abgeordnetenhauses erhalten. Es sei gestattet, in Anknüpfung daran über einen Vorgang am bayerischen Hofe zu berichten, den s. Z. der bayerische Justizminister einem hervorragenden jüdischen Rechtsanwalt und J'totar, der längere Zeit Vertrauensmann des Fürsten Chlodwig von Hohenlohe gewesen ist, erzählt hat. Als diesem Minister die erste Ernennung

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