Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / Fürst, Jacob
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 63 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau. um den Bluterguß zu fördern, und wie häufig wird das Thier dann, bevor es vollständig verendet, mit kochendem Wasser begossen, um die Borsten zu entfernen. 2. In vielen Gegenden ist es Sitte, daß ärmere Leute im Sommer junge Ziegenlämmchen großziehen und fettfüttern; um zur Kirmeß einen billigen Braten für sich und ihre Gäste zu haben—wie sieht es aber mit der Schlachtung dieser Thiere aus? In vielen Fällen besorgt die Schlachtung dieser Thiere ein Hausgenosse, der mit einem Brot-, Küchen¬ oder auch häufig mit einem gewöhnlichen Taschenmesser so lange au dem Hals des Thieres herumftedelt, bis er die Halsadern durchschnitten hat. Wie wird in vielen Hotels und Privathänsern das Geflügel getödtet? Irgend Jemand haut dem Thier mit einem Holzbeile den Kopf ab; häufig geht aber der Schlag fehl, und das Thier wird gequält, bis der Schlag gelungen ist. 4. Wie ist es mit der Ertheilung von Jagdscheinen? Von der Behörde wird gegen Gebührenzahlung Jedennann, ob geübter Jäger oder nicht, eine Jagderlaubniß ertheilt, womit'derselbe die Jagd ausüben kann. Tue sogenannten Sonntagsjäger schießen nun häufig ein Thier lahm, sodaß es erst nach einigen Tagen unter großen Schmerzen verendet. b. Man sehe sich in Waffcnläden einmal die Werkzeuge zur Hundedressnr an, dort sind Halsbänder mit dicken Kugeln, die mit vielen 1—2 Centimeter langen Stacheln versehen sind; diese werden dem Hund, wenn er nicht parieren will, mit einem Ruck in den Hals getrieben. 6. Ueber die Behandlung der Rennpferde während des Rennens brauche ich wohl nichts zu sagen. Hier ist ein Feld, wo der Berliner Thierjchntz-Verern zur Bekämpfung von schreienden Uebelftändcn einsckreiten kann; die humane Schächtweise der Juden aber, die noch nicht einmal eine Scharte m der Schneide des Messers, in der auch rrur ein Haar liegen kann, zuläßt, und die anerkanntermaßen die humanste Tödtnngsart ist, diese sollte man obligatorisch erklären. Krefeld._Jacob Fürst. Es erscheint mir im Interesse der Gerechtigkeit und der guten Sache zu liegen, darauf hiuzuweisen, daß der „Berliner Thierschutzverein" auf dem thierschützerijchen Gebiete nur eine untergeordnete Rolle spielt, und daß sich der große „Thierjchutzverein", der in Berlin die Asyle eingerichtet hat und verwaltet, und welchem amtlich sie Aufsicht über die sich in 'den Straßen umhertreibenderr Hunde anpertraut ist, sich „Deutscher Thierschutzverein in Berlin" nennt.