Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1901)
- Article
- Wien
- Date
- 1901-01-01
- Page
- 41 (sequence 2)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 41 Tribüne. Die „Österreichisch-Israelitische Union" ruft alle Glaubensgenossen des weiten Reiches auf, in jedem einzelnen Falle der Gesetzwidrigkeit, Willkür und Bosheit diese Waffen zur Anwendung zu bringen. Man dulde keinen Schimpf, man ertrage kein Unrecht demüthig und kraftlos, und die guten Folgen werden sich sehr bald zeigen. Wir werden unsere Gegner nicht zur Liebe zwingen können, aber Achtung werden wir uns verschaffen und das Wort „Jude' wird aufbören, der Inbegriff aller Mattherzigkeit zu sein. Wir werden nicht müde werden, in diesen Blättern immer wieder die siegreiche Macht der Einigkeit zu predigen und die Gewissen wachzurütteln, die bisher geschlummert haben. Es hat eine Zeit gegeben, in welcher der österreichische Jude die Vertheidigung seiner bürge lichen und seiner .Menschenrechte Andersgläubigen überließ, hinter deren Röcken er sich vorsichtig postierte. Alle Achtung und Anerkennung den ausgezeichneten Männern, die für uns gestritten und gelitten haben — aber unsere Selbstachtung hat dabei schweren Schaden genommen. Wer nicht den Muth und die Kraft hat, selbst für sein Recht zu kämpfen, ist nicht werth, daß er es besitze! Sammeln wir uns, vereinigen wir uns, helfen wir uns gegenseitig, und dann wird der alte Gott, der uns durch die Stürme der Jahrtausende geführt hat, seine gnadenreiche Hand schützend und schirmend wieder über uns ausstrecken! In der Einigkeit allein liegt die Macht — in der Kraft der Erfolg!" — Es ist hocherfreulich, daß nun auch in Österreich die Erkenntnis; sich Lahn gebrochen hat, daß nur durch den Zusammenschluß und durch energische Selbstverteidigung der Antisemitismus zu bezwingen ist. Wir wünschen von ganzem Herzen, daß die Bestrebungen der „Union" von Erfolg gekrönt werden! \ , yie Anregung Vereirrsrrachrrchts«. ‘er Henen Justizrath Breslauer und Professor j vr. Philippson, durch Veranstaltung eines „ZudeutageS" eine tyt'V Gesammtvertretung des Judenthums in Deutschland zu schaffen, ist nicht ohne nachhaltige Wirkung geblieben. Wenn auch über Wege und Mittel die Meinungen getheilt sind, das Ziel scheint allgemein als ein erstrebenswerthes betrachtet zu werden. Diejenige Vereinigung, welche bereits seit acht Jahren densetbenZweck im Auge bat, derCentral«